Full text: Die saarländischen Weistümer, Dokumente der Territorialpolitik

aus dem 16. Jahrhundert und besonders aus der zweiten Jahrhunderthälfte. 
Das deutet schon auf ihre Sonderstellung hin, die sich — wie später zu sehen 
sein wird — auch im Inhalt zeigt. 
2.1.3. Das Alter des Weistumsrechtes 
Fast alle saarländischen Weistümer sind auf Jahr und Tag genau zu datieren. 
Trotzdem sagt das Datum im Protokoll noch nichts über das Alter des Rechts¬ 
inhaltes aus. Teilweise wurden Weistümer in späterer Zeit wiederholt, ohne 
daß darauf hingewiesen wurde. Ein Beispiel ist das Weistum von Völklingen, 
das neben der ältesten Datierung auf 1422 noch mit der Jahresangabe 1451 
vorkommt76: Wenn nicht zufällig beide Kopien überliefert worden wären, hätte 
man als Entstehungsdatum 1451 annehmen müssen. Es ist wahrscheinlich, daß 
in anderen Höfen und Gerichten eben nicht die ältere Kopie überliefert wurde, 
sondern eine spätere Renovation des Stückes. Das ist allerdings nie nachzuweisen, 
wenn ein Hinweis auf die Erneuerung fehlt. Erst im 16. Jahrhundert und da 
besonders in der zweiten Jahrhunderthälfte wird häufiger mitgeteilt, ob es sich 
um eine Wiederholung eines älteren Weistums oder aber um eine Neuweisung 
handelt77. Ein Hinweis ergibt sich manchmal aus anachronistischen Herrennamen, 
die einer früheren Epoche angehören. Doch muß man hier vorsichtig sein, wie 
76 1422 in StAK (LAS) 22/2441, 369—377; 1451 in StAK (LAS) 22/2977 fol. 1-4, 
6—10. 
77 z. B. steht in der Einleitung des Weistums von Walsheim 1584: Diß weistumb ist 
gehalten und ernuwert worden durch abt Nicolaus von Werschweiler anno 1555 und 
zuvor anno 1528 durch abt Arnolden im beisein der Schöffen und ganzen gemeinde 
zu Walsheim; da die Protokolle von 1528 und 1555 nicht erhalten sind, ist dies der 
einzige Hinweis auf eine frühere entstandene Weisung; ein weiteres Beispiel ist das 
Weistum von Merzig und Saargau von 1529, das 1569 erneuert wurde. 
35
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.