Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

da die Bachnamen sich oft ändern. So konnten z, B. Kerenbach und Stour- 
bach nicht lokalisiert werden. Dieser Typus meidet die Muschelkalkgebiete 
und findet sich zumeist in den Seitentälern der großen Flußtäler und in den 
Waldgebieten. Typische Vertreter der etwa 60 (davon 8 unsicher) Sied¬ 
lungen sind beispielsweise Aschbach, Breitenbach, Forbach, Obersaubach, 
Schalkenbach. Oft sind auch Mühlen damit verbunden. Die Orte dieser 
Gruppe erreichten in der Regel keine bedeutende Größe und waren stark 
wüstungsanfällig. Namensverwandt sind die 7 Wüstungen mit der Endung 
-born oder -brunnen (Born, Breitenborn, Damborn, Indelborn, Kaldenborn- 
Kalmeren, Scheldeborn, Wallenborn?). Drei Orte, nämlich Funkenbruch, 
Heintzenbruch und Bissenpuhl, ebenso zwei, nämlich Breitenau und 
Blumenau, ergänzen die Gruppe. An den Fluß- oder Bachübergängen lagen 
Abt- und Herrensteinfurt, Furt und Bliesbrücken. 
Mit Berg, Bühl, Biel, Hübel oder Klopp sind insgesamt vierzehn Namen 
(zwei unsicher) zusammengesetzt. In den Flurnamen treten häufig -scheid, 
-schied, -roth, -rath, (jedoch nur dreizehn verlassene Orte), -heck, -busch, 
-holz (zehn aufgelassene Siedlungen) auf. 
Bei der Endung -hof muß mit großer Vorsicht ermittelt werden, da diese 
Endung auch von huf (hufe) abgeleitet sein kann. Vor allem im nördlichen 
Saarland wird in der Mundart Huf und Hof lautlich nicht unterschieden. 
Einzelsiedlungen mit -hof und Mühlen wurden aus Raumgründen nicht 
aufgenommen. Unbewohnte oder kleinere öl-, Säge-, Walk- und Papier¬ 
mühlen wurden ebenfalls nicht aufgeführt. Ebenso fanden andere Einzel¬ 
siedlungen wie Kotten etc. nur namentliche Berücksichtigung, auch wenn 
sie eindeutig topographisch getrennt von den Ortskernen lagen. Die rest¬ 
lichen untergegangenen Siedlungen verteilen sich auf die Namen mit -thal, 
-stein, -fels, -feld, -wies oder mit schwer deutbaren Endungen. Sie sind 
jedoch eindeutig in der Minderzahl. 
Diese Aufstellung zeigt, daß kein Namenstypus von Wüstungen verschont 
blieb. Dabei wird aber eine unterschiedliche Wüstungsanfälligkeit sichtbar. 
Keinesfalls bleibt die Wüstungsbildung auf die Siedlungen der Rodungszeit 
oder der Ausbauzeit beschränkt. Selbst viele alte Orte der Landnahmezeit 
in siedlungsgünstigen Gebieten fielen wüst. 
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