Full text: Die Wüstungen des Saarlandes (7)

Ober-Amtsbuch von 1547 erwähnt Besitz von Breder zu Hattweiler und 
einen Meier zu Hattweiler31. Das Kloster Werschweiler beschwert sich 
1557 darüber, bisher keinen Zins für das Hubgericht samt Huben, Zin¬ 
sen, Renten, Güter und Gerechtigkeit, die an die Inhaber des Hauses 
Hattweiler (wegen der Entlegenheit des Ortes) verliehen wurden, erhal¬ 
ten zu haben. Das Kloster tritt seine Huben, das Hubgericht etc. an den 
Pfalzgrafen Wolfgang für etlichen Besitz in Niederbexbach ab32. Das 
Deutschordenshaus tauscht 1558 ebenfalls Güter und Rechte zu Hatt¬ 
weiler und Kleinottweiler für ein anderes Dorf ein33. Auf seiner Karte 
zeichnet Tilemann Stella 1564 das Schloß zu Hattwiler, die Kirche und 
acht Gebäude ein, wovon zwei Häuser am oberen Ende auf der linken 
Seite des Weihers und sechs Häuser unten auf der rechten Seite zu 
sehen sind34. In seiner Beschreibung vermerkt Stella Unter Hattweiler. 
An der Brückenwage liegt ein alter Burgstall alles wann etwan vor Zeiten 
ein Gebew do gestanden hätte35. 1571 ein Jahrgeding zu Hattweiler. 1575 
Schloß Hattweiler und 1579 Hattweiler genannt36. Johann von Warsberg 
gelangt 1587 in den Besitz von Hattweiler37. Von dem Warsberger er¬ 
wirbt 1590 Johann I. von Zweibrücken Schloß Hattweiler mit allem Zube¬ 
hör wie Bann, Abgaben, Gerichtsbarkeit etc. für 210 Gulden38. Johann 
benannte Dorf und Schloß in Hansweiler um. Die Erinnerung an Hatt¬ 
weiler halten noch die F1N auf der Gemarkung Waldmohr Hattweiler 
Wiesen und Hattweiler Weg wach. 1603 verzichtet Nassau-Saarbrücken 
zugunsten von Pfalz-Zweibrücken auf seine Rechte am alten Wald zum 
Haus Hansweiler gehörig39. Franz Peter und Nikolaus Samson de la Haye 
erhalten 1618 das Dorf Hattweiler zu Lehen40. Hatte 1584 noch ein Weis¬ 
tum Hattweiler aufgeführt, so finden sich 1640 bei Johannes Andreae im 
8. Genealogien-Buch (das Hohenburgische) Hattweiler und Hansweiler 
nebeneinander angeführt41. Im Dreißigj. Krieg ( um das Jahr 1635) wurde 
Hattweiler völlig verwüstet: ganz in Abgang kommen, daß kein Mensch 
mehr allda wohnet42. Mit dem Wiederaufbau des Schlosses wurde 1666 
begonnen, jedoch 1677 wohnte nur noch ein einziger Hofmann zu Hans¬ 
weiler. Etwa ab 1680—1690 (!) erfolgte erst die Wiederbesiedlung des 
Dorfes. Noch 1704 berichtet der Kammerrat Otto Webel an die königl. 
schwedische Regierung: Hansweiler unweit Zweibrücken ist vor diesem 
eine adliche Wohnung mit einem Wassergraben umgeben gewesen, ist 
in anno 1590 an dieses Herzogtum erkauft, durch den Krieg aber ganz 
ruiniert und ist nunmehro nichts mehr da als ein schlechte Wohnung für 
einen Hoffmann samt Scheuer und Stallung43. Der Baron von Strahlen¬ 
heim bewohnte ab 1718 das Schloß. Im Dorf waren erst sieben Bauern, die 
nicht alle Felder bestellen konnten. So wurden die Waldmohrer zu Fron¬ 
den herangezogen. 1721 wurde das Schloß vergrößert, eine dem hl. Hu¬ 
bertus geweihte Kapelle errichtet und das Schloß wiederum umbenannt. 
Eine Tafel mit folgender Inschrift wurde angebracht44: Diese Burg, bisher 
Hansweiler geheißen, hat der allerdurchl. Fürst und Herr Johannes 
Pfalzgraf bei Rhein, seligen Angedenkens, im Jahr 1590 nebst allen Zu¬ 
behörungen durch Kauf erworben und im Laufe der Jahre erweitert. 
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