Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

erhalten, vom Ausrotten der Bäum und Hecken, Roter Hof, mit dem 
dazu gehörigen Land, bis zum Folster Weyer. Als Graf Johann der IV. 
a. 1558 einen Tausch mit denen vom deutschen Haus unternommen, 
gab er ihnen die Breitenbacher Mühl und Weiher (jetzo die Deutsch¬ 
hausermühl und Weiher). Die Menschen selber Zeit müssen äußerst 
nachlässig gewesen sein, daß sie nicht ihre verunglückte Häuser wieder 
erbauet, oder die von Mölst, daß sie nicht das, was zu ihrem Bann 
gehörte, nicht in Besitz genommen, so wie die Gersweilerer die Besit¬ 
zungen von Aschbach an sich gezogen, auch die Herrschaft lies die Güter 
verwilderen5. 
b) Die Sage weiß zu berichten, daß das in einem Kriege zerstörte Alt- 
Saarbrücken von den Bewohnern dreier ebenfalls zerstörter Dörfer, die 
Breitenbach, Habst und Tiefental geheißen hätten und in Richtung Spi¬ 
eßern gelegen waren, neu besiedelt worden sei47. 
c) Dorf. — A. Köllners Hinweis, es habe sich nur um einen Hof gehandelt, 
ist falsch. Jedoch kann es ohne weiteres zutreffen, daß sich Breitenbach 
von einer Gruppensiedlung zur Einzelsiedlung zurück entwickelt hat. 
d) -1- um 1410: Als Grund für das Wüstfallen von Breitenbach wurde 
Krieg und Feuersbrunst angenommen. Dabei dachte man an den sog. 
„Vierherrenkrieg" (zwischen Graf Philipp, Friedrich von Saarwerden, 
Johann von Salm, Gerhard von Bolchen und der Stadt Metz) zu Beginn 
des 15. Jh. So schreibt der Landkomtur von Lothringen an den Deutsch¬ 
meister: Alle unsers Ordens Häuser, Güter und arme Leute sind des 
großen Krieges wegen, den der Herzog von Lothringen und die Grafen 
von Nassau, Mörs und Salm lange Zeit wider einander gehabt, so gar 
verwüstet, verheert, vertrieben und so gar schwerlich beschädigt, daß 
wir es Gott nicht genug klagen können6. Es mag sein, daß das befestigte 
Saarbrücken vor allzu großen Kriegsschäden verschont blieb, und die 
Bewohner der angesprochenen Siedlungen sich in den schützenden 
Mauerring der Stadt geflüchtet hatten, Tatsache bleibt aber, daß die 
Bewohner nicht mehr in ihre zerstörten Dörfer zurückkehrten und sie 
nicht wiederaufbauten. Hier muß wohl die Anziehungs- und Ausstrah¬ 
lungskraft der überlegenen Stadtsiedlung als primäre Ursache heraus¬ 
gestellt werden, um den Wüstungsvorgang hinreichend zu deuten. 
e) Am 7. Januar 1259 kauft das Deutschhaus eine Wiese zwischen Malstatt 
und Breithenbach, am weißen Stein und an die Saar anstoßend7. Im 
Jahre 1262 werden Güter zu Breitenbach bei dem Deutschhause ge¬ 
nannt8. Am 11. Dezember 1267 werden ein Allod in Breitenbach und ein 
Hugo von Breitenbach genannt9. Schon 1240 werden dieser Ritter 
Hugo von Breitenbach und in einer anderen Urkunde des gleichen Jahres 
eine Wiese in Breitenbach bei Enkenrot erwähnt10. 1272 wird bestätigt, 
daß Byla von Bebelsheim der Deutschordens-Commende zu Saarbrücken 
eine jährliche Rente von 10 Malter Korn von ihren Gütern in Breitenbach 
gegeben hat11. Am 26. März 1274 bekundet Theoderich von Breitenbach 
bei Saarbrücken, Bruder des Ritters Hugo von Breitenbach, daß er einen 
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