Full text: Grundlegung der Ethik als Wissenschaft

bestimmtheit“ nennen und die eben als ein und dieselbe nun 
jeder Augenblickeinheit aller Bewußtseinswesen zugehört. 
Das Wort „Subjektbestimmtheit“ kann mißverstanden werden; 
es soll nicht bedeuten „Bestimmtheit eines Subjektes“, sondern 
eine Bestimmtheit „Subjekt“, die mit der gegenständlichen, zu- 
ständlichen und denkenden Bestimmtheit zusammen die Augen¬ 
blickeinheit menschlichen Geistes ausmacht. Daß ich zur Be¬ 
zeichnung dieser einheitstiftenden Bestimmtheit nicht mit dem 
Worte „Subjekt“ mich zufrieden gebe, sondern das Wort „Sub¬ 
jektbestimmtheit1'’ (nicht Subjektsbestimmtheit) zum Ausdruck 
für die Bewußtseinsbestimmtheit „Subjekt“ wähle, hat 
seinen Grund darin, daß ich vor allem den Fehlgriff nicht 
heraufbeschwören wollte, diese „Bestimmtheit“, wenn sie bloß 
mit „Subjekt“ bezeichnet würde, in ein Einzelwesen, ein Sub¬ 
jekt zu wandeln. Denn diese einheitstiftende Bewußtseins¬ 
bestimmtheit ist ja nicht Einziges, sondern Allgemeines und 
zwar allen Bewußtseinswesen in allen ihren Augenblickeinheiten 
gemeine besondere Bestimmtheit, die sich, wie schon hervor¬ 
gehoben ist, als schlechthin Einfaches von allen anderen 
Bestimmtheiten der Einzelwesen überhaupt, die sämtlich eine 
jede sich als besondere Einheit darstellen, deutlich abhebt. 
Diese einheitstiftende Bewußtseinsbestimmtheit, die nicht 
etwa, wie die einheitstiftende Ortbestimmtheit des Dingaugen¬ 
blickes, auch Besonderheiten zu zeigen hat, so daß es nicht ver¬ 
schiedene gibt, sondern sie, so viele Bewußtseinswesen sich 
auch finden mögen, in allen dieselbe, schlechthin einfache Be¬ 
stimmtheit des Bewußtseins ist — diese Bewußtseinsbestimmt¬ 
heit ist es, die das Bewußtseinswesen als Einzelwesen in einem 
ganz besonderen Verhältnis zu seinesgleichen zeigt, wie es 
zwischen Ding und Ding sich nicht findet. 
Vergleichen wir zwei Dinge miteinander, so zeigen sie sich, 
mögen sie auch in den Bestimmtheiten der Größe und Gestalt 
sowie in allen Eigenschaften dasselbe bieten, in der Besonderheit 
ihrer Ortbestimmtheit verschieden, während zwei Bewußtseins¬ 
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