Full text: Grundlegung der Ethik als Wissenschaft

die Erkenntnis des Dinges, weshalb wir, wie die Ortbestimmt¬ 
heit die einheitstiftende Bestimmtheit jeden Dingaugen¬ 
blickes, so die Subjektbestimmtheit die einheitstiftende 
Bestimmtheit jeden Bewußtseinsaugenblickes nennen. 
Jedes Bewußtsein, das sich selbst weiß, wird an sich selbst 
feststellen können, daß es, welchen Augenblick seiner selbst 
man auch zergliedern mag, noch nicht restlos damit getan ist, 
wenn die drei Bestimmtheiten, Wahrnehmen-Vorstellen, Fühlen, 
Unterscheiden-Vereinen, also die gegenständliche, zuständliche 
und denkende Bestimmtheit als dem betreffenden Bewußtseins¬ 
augenblick zugehörig aufgezählt sind. Bedeutet doch für jedes 
Bewußtsein sein einzelner Augenblick nicht bloß ein Wahr¬ 
nehmen-Vorstellen, ein Fühlen, ein Unterscheiden-Vereinen, 
sondern „ich nehme wahr — stelle vor, fühle, unter¬ 
scheide — vereine“. Jedem menschlichen Geiste muß sich 
ohne weiteres aufdrängen, daß, wer mit der Aufzählung der 
gegenständlichen, zuständlichen und denkenden Bestimmtheit 
schon genug getan zu haben meint für die Darstellung des 
einzelnen Bewußtseinsaugenblickes, doch noch etwas, das immer 
auch zu jedem Bewußtseinsaugenblicke mitgehört, unaus¬ 
gesprochen ist; er wird sich sagen: zwar gehören jene auf¬ 
gezählten drei Bestimmtheiten zu mir in diesem Augenblick, 
aber ich bin noch mehr in diesem Augenblick, als diese drei 
zusammen, mehr als eine Einheit dieser drei Bestimmtheiten, 
die ohne dies schon selbst als in der Einheit dieses meines 
Augenblickes Gegebenes nach einer einheitstiftenden Bestimmt¬ 
heit schreien, da keine von ihnen als einheitstiftende Bestimmt¬ 
heit sich darstellt, ebensowenig wie auch die Bestimmtheiten des 
Dingaugenblickes „Größe“' und „Gestalt“ sich als einheitstiftende 
Bestimmtheit zeigen. Wie wir beim Dinge die Ortsbestimmt¬ 
heit als dritte und insbesondere als die einheitstiftende Bestimmt¬ 
heit gefunden haben, so stellt sich unserer Prüfung des Bewußt¬ 
seinsaugenblickes als dessen einheitstiftende Bestimmtheit jene 
vierte Bewußtseinsbestimmtheit vor, die wir die „Subjekt* 
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