Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

Quoten in Saarbrücken, Die Guthaben bei anderen Banken und bei der Reichs¬ 
banknebenstelle waren meist sehr gering und bedürfen keiner weiteren Erläute¬ 
rung. Lediglich im Jahre 1909 hatte die Filiale aus unerklärlichen Gründen über 
den Jahresultimo bei der Reichsbanknebenstelle ein hohes Guthaben, das be¬ 
kanntlich keine Zinsen einbrachte. 
Effekten für eigene Rechnung wurden nicht bilanziert. Es stehen daher lediglich 
Zahlen aus den Hauptbüchern von 1910/12/13 zur Verfügung und Aussagen aus 
dem Schriftverkehr. Das Effektengeschäft der Bergisch Märkischen Bank Filiale 
Saarbrücken blühte. Im Mittelpunkt des Interesses stand das festverzinsliche Pa¬ 
pier und hier in erster Linie der Pfandbrief. Die Filiale unterhielt zu jener Zeit 
ständig Kommissionsdepots verschiedener deutscher Hypothekenbanken für den 
Verkauf ihrer Pfandbriefe oder Kommunalobligationen. Einen großen Teil der 
Effektenbestände der Kundschaft verwahrte die Bank in offenen Depots, ein ande¬ 
rer auch nicht unansehnlicher Teil ruhte in den bei der Bank gemieteten Safes 
zwecks Eigenverwaltung. Jedoch konnte sich die Filiale an Hand der von dieser 
Kundschaft eingereichten Kupons bei den Fälligkeitsterminen mit der Zeit ein 
lückenloses Bild über den Gesamtumfang dieser Safeverwahrung machen. Auch 
das Wertpapiertermingeschäft lief sehr zufriedenstellend229. Im Mai 1906 rich¬ 
tete die Filiale in Saarbrücken eine Spezialkuxenabteilung ein, da in Saarbrücken 
lediglich die Firma Gebr. Röchling diesem Geschäft etwas Bedeutung zuschrieb. 
Anfang 1906 hatte der Umsatz in Kuxen und Aktien ohne Börsennotiz erheblich 
zugenommen. Die Filiale legte daher die erforderlichen Bücher an, schaffte eine 
zweite Telefonnummer an und druckte einige Formulare und Zirkulare. In Di¬ 
rektor Dr. Lohmann aus Düsseldorf hatte sie den fähigen Mann für dieses Ge¬ 
schäft gefunden230. Das Kuxengeschäft wurde nur kommissionsweise und mit 
aller Vorsicht betrieben, obwohl es sich nicht vermeiden ließ, vorübergehend 
solche Geschäfte für eigene Rechnung zu tätigen um feste Kurse nennen zu kön¬ 
nen. Der Umsatz auf dem Effektenkonto für eigene Rechnung stieg von 2,3 Mil¬ 
lionen Mark im Jahre 1910 auf 6,6 Millionen Mark im Jahre 1912 und auf 12,8 
Millionen Mark im Jahre 1913. 
Auf der Passivseite stiegen die Kreditoren von 1,4 Millionen Mark im Jahre 1905 
auf 4,1 Millionen Mark im Jahre 1913231. Ihr Anteil an der Bilanzsumme be¬ 
trug: 
Jahr 
1905 
1906 
1907 
1908 
1909 
1910 1911 
1912 1913 
Quote 
35,8 
36,7 
41,9 
50,8 
47,8 
— 58,3 
— 53,2 
Die Kreditoren wurden aufgeteilt in provisionsfreie, provisionspflichtige und 
Scheckkonten. Interessant ist hierbei die Entwicklung auf den provisionsfreien 
229 ASKB-BMB-D-1, BI. 6/7. 
230 ASKB-BMB-B-1, Bl. 11/12. 
231 Vgl. Anlage 4 und 7. 
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