Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

laubnis zum Kauf von der Zentrale in Elberfeld schloß die Filiale in Saarbrücken- 
St. Johann mit beiden Besitzern Vorverträge ab in der Art, daß die Bauplätze bis 
1. Dezember 1905 zum Preise von 100 000 Mark übernommen werden mußten, 
ansonsten eine Entschädigung von 500 Mark zu zahlen war. Im November 1905 
verzichtete die Filiale jedoch auf beide Grundstücke und zahlte das Reuegeld von 
je 500 Mark204. Ferner wurde der Witwe Myrtil Lazard eine Abstandssumme 
von 9000 Mark bezahlt, da man auf einen Kauf des Hauses Victoriastraße 25 
verzichtete205. Im Mai 1906 entschied sich die Zweigstelle im Einvernehmen mit 
der Zentrale in Elberfeld, das Grundstück des Sanitätsrats Dr. Schönemann in der 
Kaiserstraße zu erwerben206. Die Rückfront des neuen Bankgebäudes sollte bis 
zur Straße 5 (Beethovenstraße) durchgezogen werden, die von der Stadt St. Jo¬ 
hann auf einem Streifen des Grundstücks Schönemann laut Vertrag gebaut wer¬ 
den mußte207. 
Die Bergisch Märkische Bank Filiale Saarbrücken zahlte Dr. Schönemann für das 
Grundstück und ein abbruchreifes Haus auf dem Grundstück 75 000 Mark208. 
Mit dem Bau sollte möglichst bald begonnen werden, weil Kunden zur Firma 
Grohe-Henrich abwanderten, da diese bereits in ihren Neubau umgezogen 
war209. Im August 1906 begann die Firma Boswau & Knauer GmbH, Berlin, 
mit den Bauarbeiten, die sich bis Anfang 1908 erstreckten. Im Kellergeschoß be¬ 
fand sich der Tresorraum, der Kundenraum, die Heizerwohnung und die Diener¬ 
wohnung. Ferner wurden dort der Archivraum und der Weinkeller eingerichtet. 
Im Erdgeschoß wurde die Kassenhalle mit der Zahl- und Wechselkasse sowie 
der Effektenkasse errichtet, hinzu kamen noch zwei Warteräume, zwei Sprech¬ 
zimmer, ein Direktionszimmer und die Buchhalterei. Im Obergeschoß befanden 
sich der Sitzungssaal und das Speisezimmer210. Die Rohbaukosten wurden von 
Elberfeld auf 180 000 Mark, die Ausbaukosten auf 120 000 Mark geschätzt. Zu¬ 
sammen mit den 75 000 Mark Grundstückskosten wäre dies ein Betrag von 
375 000 Mark gewesen. Tatsächlich kostete der Neubau jedoch 563 328,58 
Mark211. Die Ausbauarbeiten wurden von verschiedenen Firmen aus St. Johann, 
Köln und Remscheid durchgeführt212. Von der Firma Lazard, Brach & Co. über¬ 
nahm die Bergisch Märkische Bank Filiale Saarbrücken 291 Konten (provisions- 
204 ASKB-BMB-A-1, Bl. 207/09. 
205 Ebd. Bl. 191/92. 
206 Ebd. Bl. 194. 
207 Ebd. Bl. 188. 
-208 Preis des Grundstückes: 
Kaiserstraße 558 qm ä 95,— M = 
Straße 5 347 qm ä 45,— M = 
Gebäudewert = 
Zusammen 
zuzügl. Grunderwerbskosten 
Zusammen 
52 010,— M 
15 615,— M 
20 000,— M 
87 625,— M 
1513,— M 
89 138,— M 
Dr. Schönemann ermäßigte den Preis jedoch auf 75 000,— M, nachdem der Filiale 
ein noch günstigeres Angebot gemacht worden war (ASKB-BMB-A-1, Bl. 170/73 
und 186). 
208 Ebd. Bl. 166. 
210 Ebd. Bl. 71. 
211 Ebd. Bl. 92 und ASKB-BMB-B-1906/07. 
212 ASKB-BMB-A-1, Bl. 30—65. 
<60
	        

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