Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft (5)

Galten vor dem Ersten Weltkrieg auch Anteilssätze über 100 °/o durchaus als 
berechtigt und normal157, so sind Sätze über 200 oder gar 300 °/o äußerst be¬ 
denklich und lassen auf eine ungesunde Geschäftsführung schließen. 
Das Effektenkonto zeigte nach 1898 keine wesentlichen Veränderungen. Es 
schwankte zwischen 130 000 und 220 000 Mark158 159. Ab 1898 beteiligte sich das 
Bankhaus mit einem mäßigen Betrag (6 308,75 Mark) an einem Konsortium150. 
1899 stieg dieser Betrag auf 17 122,40 Mark, sank aber bereits im nächsten Jahr 
wieder auf seine ursprüngliche Höhe. 
Die Cautions-Debitoren änderten sich ebenfalls kaum. Bis 1903 schwankten sie 
zwischen 590 000 und 680 000 Mark. 1904 sanken sie auf 489 504 Mark. Ab 
1902 aktivierte die Bank Grundstücke, die sich alle im Besitz der Wwe. Myrtil 
Lazard und deren Kinder befanden. Ab 1900 mußte das Bankhaus hohe Beträge 
als Rückstellungen für Dubiose160 passivieren. 
1900 55 000 Mark 
1901 230 000 Mark 
1902 66 500 Mark 
1903 89 569 Mark 
1904 122 584,39 Mark 
Die Verbuchungen auf dem Geheimkonto, Immobilien- und Rücklagekonto161 
sind etwas unklar. Jedoch scheint Louis Lazard 1903/04 Grundstücke verkauft zu 
haben, um Rückstellungen bilden zu können162. Das Immobilienkonto verringerte 
sich von 516 485,60 Mark auf 377 733,98 Mark 1904. Das Bankhaus Lazard, 
Brach & Co. übertrug am 4. Januar 1902 die Ausbeute der Steinbrüche in Ober¬ 
hammer in Lothringen, die es seit 1898/99 besaß, an die Firma Gebr. Picard in 
Wittringen/Lothringen163. Anscheinend war die Ertragslage dieser Steinbrüche 
nicht befriedigend, wie aus Briefen des Louis Lazard hervorgeht. Das Bankhaus 
mußte ab 1899 jedes Jahr eine Rückstellung für die Steinbrüche bilden, die den 
Gewinn jährlich um 7 000 bis 10 000 Mark schmälerte164. 
Seit 1900 sind die Gewinn- und Verlustrechnungen des Bankhauses klarer geglie¬ 
dert. Während 1900 und 1901 im Posten Zinsertrag noch die Provisionen und 
Wechseldiskontzinsen enthalten waren, wurden diese in den drei folgenden Jahren 
getrennt ausgewiesen, so daß zumindest für diese Jahre genauere Aussagen ge¬ 
macht werden können165. Die größten Erträge brachten die Zinsen der Debitoren 
aus dem laufenden Geschäft mit einem Anteil von etwa 57% am Gesamtertrag. 
157 T. B o c k, Bankbilanz, S. 154 gibt für die Höhe der Debitoren in v. H. der Kunden- 
einlagen für die Banken folgende Durchschnittswerte seit 1913 an: 
Jahr 1913 1939 1957 
Quote 101 47 51 
158 ASKB-H-1896-1904, Bl. 20 und Anlage 2. 
159 ASKB-H-1896-1904, Bl. 45 und Anlage 2. 
160 ASKB-H-1896-1904, Bl. 101, 107, 135 und Anlage 3. 
161 ASKB-H-1896-1904, Bl. 75 und 137, 35 und 43, 101, 107, 135. 
162 LA Saarbrücken, Bestand Amtsgericht Saarbrücken Notar Johann B. Mayer Nr. 1278. 
163 ASKB-LB-E-1, Bl. 32. 
164 ASKB-BU-1900-1904. 
Ie° ASKB-BU-1900-1902, Gewinn- und Verlustrechnung. 
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