Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

Am 1. Oktober 1947 wurden alle Vermögenswerte, Rechte und sonstige Interessen, 
die der Deutschen Bank, Dresdner Bank und der Commerzbank gehörten und 
insbesondere die Zweigstellen jener Kreditinstitute in der französischen Zone 
einem Zwangsverwalter unterstellt460. Diese wurden durch den Administrateur 
Général Adjoint pour le Gouvernement Militaire de la Zone Française d’Occu- 
pation oder mit seiner Zustimmung von der deutschen Regierungsbehörde 
bestellt. Artikel 2 bestimmte, daß die deutschen Großbanken mit ihren Zweig¬ 
stellen die bisherige Geschäftsbezeichnung verlieren und ihre Tätigkeit unter 
folgenden Namen fortzusetzen haben: 
Deutsche Bank, Baden nunmehr 
Dresdner Bank, Baden nunmehr 
Deutsche Bank, Württemberg nunmehr 
Dresdner Bank, Württemberg nunmehr 
Deutsche Bank, Rheinpfalz nunmehr 
Dresdner Bank, Rheinpfalz nunmehr 
Commerzbank, Rheinpfalz nunmehr 
Oberrheinische Bank 
Süddeutsche Kreditanstalt 
Württembergische Vereinsbank 
Bankanstalt für Württemberg 
und Hohenzollern 
Rheinische Kreditbank 
Industrie- und Handelsbank 
Mittelrheinische Bank. 
Die gesamte Deutsche Bank (zuzüglich also der in der britischen und amerika¬ 
nischen Besatzungszone) wurde in zehn Teilinstitute aufgeteilt461. Die Deutsche 
Bank Filiale Saarbrücken wurde ebenfalls am 1. Oktober 1947 unter Sequester 
gestellt. Durch Anordnung Nr. 216 wurde Paul Jean-Favre-Gilly zum Sequester¬ 
verwalter der Deutschen Bank im Saarland bestimmt462. 
b) Die Gründung der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft durch eine 
Gruppe französischer Banken und Unternehmen 
Die französische Regierung hatte aus den Erfahrungen nach dem Ersten Welt¬ 
krieg gelernt und versuchte im Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg klare 
Verhältnisse auf wirtschaftlichem Gebiet zu schaffen. Durch die Einführung 
des französischen Franken am 20. November 1947 wurde der Umlauf von zwei 
460 Anordnung Nr. 25 vom 29. September 1947 (Amtsblatt Nr. 112 vom 1. 10. 1947), 
ASKB-DB-W-1, Bl. 128—131. 
461 Diese zehn Teilinstitute waren: 
München, Bayerische Creditbank, 
Bremen, Disconto Bank, 
Frankfurt, Hessische Bank, 
Hamburg, Norddeutsche Bank, 
Hannover, Nordwestbank, 
Freiburg, Oberrheinische Bank, 
Ludwigshafen, Rheinische Kreditbank, 
Düsseldorf, Rheinisch-Westfälische Bank, 
Mannheim und Stuttgart, Südwestbank, 
Reutlingen, Württembergische Bank. 
F. Seidenzahl, Hundert Jahre Deutsche Bank, S. 379. 
462 Anordnung Nr. 25 vom 29. Sept. 1947 (Amtsblatt Nr. 112 vom 1. 10. 1947), ASKB- 
DB-W-1, Bl. 129. 
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