Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

dieses „Buch des Lebens"* sei von ihr erbeten worden. Der Eintrag betrifft aber 
nicht nur diese Familie allein. Man sieht weiterhin den 945 verstorbenen Bischof 
Richar von Lüttich in der Liste, dessen sonst bekannter Todestag — X. kal. Aug.11 
— hier wohl versehentlich mit X kal. iuli wiedergegeben ist. Auch Richers Bruder, 
Graf Matfried, ist mit seinem Todestag vermerkt. Die enge genealogische Verbin¬ 
dung der Familie des Pfalzgrafen Gottfried mit den Matfriedingern, auf die wir 
bei der Ermittlung der gemeinsamen Ahnen Ottos und Irmingards von Hammer¬ 
stein stießen, wird hier also aufs beste bestätigt! Hier aber geht es um die Familie 
Matfrieds von Metz, und sie läßt sich nunmehr deutlicher fassen. Da sich nämlich 
im Totenteil des Eintrags auch eine Lantsquent findet, läßt sich jetzt die Entschei¬ 
dung fällen, welche der beiden Schwestern Bischof Dados von Verdun mit dem 
Grafen Matfried verheiratet war. Die Antwort kann nur lauten: Lantsint. Da 
Bischof Dado selbst mütterlicherseits ein Neffe seines Vorgängers Berhard (870— 
879) war — jener wird von Dado in einer von ihm selbst verfaßten Aufzeich¬ 
nung, der man den Charakter einer knappen Bischofsgeschichte zuschreiben 
könnte, als inelytus pastor dominus Berhardus avunculus videlicet noster bezeich¬ 
net12 — darf man die genealogischen Verbindungen der drei Verduner Bischöfe 
und ihre Verwandtschaft mit den Matfriedingern in der folgenden Weise 
skizzieren: 
Otto d. Erl. GD Hadwig 
Radald GD Rotrud 
Berhard 
B. v. 
Verdun 
Kg. Heinrich I. Oda GD Gerhard Richar Matfried GD Lantsint Wilburch Dado Adalbert 
B. v. 
Lüttich, + 945 
B. v. Verdun 
1 1 .1 
Uda Wigfried Gottfried Adalbert Bernoin X13 filii 
GD Gozlin Eb. v. Köln GD Ermentrud v. Metz B. v. Verdun QD Lantbert 
+ 944 
Gottfried Gerhard Adalhard Gebhard Gerberga 
11 Vgl. Aegidii Aureaevallensis Gesta episcop. Leodiensium lib. II c. 42, MG SS XXV 
S. 52. 
12 Gallia Christiana XIII Instr. S. 551; MG SS IV S. 37. — B. Morret, 
Stand und Herkunft der Bischöfe von Metz, Toul und Verdun im Mittelalter, Diss. 
Bonn 1911, S. 98. Vgl. auch oben Anm. 8. 
13 Die Vita Johanns von Gorze (MG SS IV S. 347) c. 36 nennt uns einen Schwager 
des Grafen Adalbert namens Lantbert, der sogar als Ratgeber des Bischofs Adalbero 
von Metz bezeichnet wird, mit dem Graf Adalbert selbst aber schlecht stand: Cogna- 
tus ipse (sc. Adalbert) iam dicti Lantberti — nam eius sororem habebat — idemque 
inter se quibusdam animositatibus dissidebant. Aus dieser Stelle geht freilich nicht 
hervor, ob Graf Adalbert eine Schwester Lantberts oder Lantbert eine Schwester 
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