Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

epc. als verstorben gekennzeichnet (migravit), was natürlich besser auf Bischof 
Gauzlin von Langres als auf den erst 962 verstorbenen GauzÜn von Toul zutrifft. 
Für einen Bischof Gauzlin/Gozhelra hat man aber auch sonst in Remiremont ge¬ 
betet: zum 16. Mai findet man im Hauptnekrolog des Liber memorialis (f. 13 v) 
den Eintrag migravit Gozhelmus episcopus. Dabei kann es sich nun nicht um 
Bischof Gauzlin von Toul handeln, denn dieser verstarb an einem 7. September 
und zwar 96234. Daß eindeutig der Bischof von Langres gemeint ist, zeigt ein 
Vergleich mit dem Nekrolog von S. Benigne de Dijon: in diesem ist zum 15. Mai 
(also lediglich mit der kleinen Variante eines Tages, was auch in anderen Fällen 
immer wieder zu beobachten ist) die depositio domni Gozselmi Lingonensis 
episcopi verzeichnet35. Der Todestag Bischof Gauzlins von Toul ist hingegen in 
Remiremont nicht verzeichnet worden. Das dürfte doch ein Indiz dafür sein, daß 
in jenem Gruppeneintrag der Bischof Gozelm/Gauzlin von Langres gemeint ist. 
Uber die Herkunft Gauzlins von Langres ist nun freilich bisher nichts Sicheres 
bekannt. Immerhin hat sich aber in der Mitte des 17. Jahrhunderts ein Gelehrter 
der Bourgogne, der Jesuit Jacques Vignier, darüber Gedanken gemacht. In seiner 
„Décade historique du diocèse de Langres“ bemerkte er, daß Gauzlin vor seiner 
Erhebung auf den Bischofsstuhl von Langres Archidiakon an der Bischofskirche 
und abbas einer namentlich nicht genannten Gemeinschaft gewesen sei36; jenes 
Abbatiat möchte er dabei als das der Kanonikergemeinschaft von St. Geosmes zu 
Langres ansprechen und begründet das folgendermaßen: „Je tiens que c’estoit de 
S. Geomes, puis que Gotzelin, apparement son neueu, fils du Comte Hugues, 
portoit entre Fan 936 et 940 le meme titre d’Abbé de S. Geomes. C’est des 
archiues de ce Monastère que j’ay transcrit vn excellent titre . .. par lequel ie 
présumé, sans témérité, ce me semble, que notre Eueque Gosselin estoit frere ou 
beau frere de Hugues, Comte du Bassigny, de Bologne et d’vn autre Comté, tous 
de ce Diocese“37. Vignier lag also eine (heute offenbar verlorene)38 Urkunde vor, 
34 Annales S. Benigni Divion. ad 962: Obitus domni Gauzlini presalis Vil id. Sept.; 
MG SS V S. 4L 
35 Paris, Bibi. Nat., Coll. Bourgogne 12 und Ms. lat. 13872. Vgl. auch sdaon B. de 
Montfaucon, Bibliotheca bibliothecarum manuscriptorum II (1739) S. 1162. 
36 Dies entnahm Vignier offenbar der Chronik von St. Benigne de Dijon; vgl. 
Chronique de l’abbaye de Saint-Bénigne de Dijon, éd. E. Bougaud et J. Gar¬ 
nier S. 119 f., auch bei Migne, PL 162 S. 811. 
37 J. Vignier, Décade historique du diocèse de Langres I, publ. par la Société 
historique et archéologique de Langres, éd. A. Louis (Langres 1891) S. 527. — 
Die Arbeit von C. C. Daguin, Église de Saint-Geosmes, in: Mémoires de la 
Société historique et archéologique de Langres, tom. II (Langres 1862—1877) fasc. 6 
und 7 (1867/69) S. 191 ff., ist in diesen Belangen ganz unergiebig. 
38 In der neuen Behandlung der Quellen und der Literatur zur Geschichte von St. Geos¬ 
mes in Langres bei J. Laurent, Diocese de Langres, Abschnitt Saint-Geosmes, 
in: Beaunier-Besse, Abbayes et prieurés de l’ancienne France XII, Prov. 
eccl. de Lyon, 3. partie: Langres et Dijon (— Archives de la France monastique 
vol. 45, 1941) S. 410 ff., fehlt jeder Hinweis auf das Vorhandensein dieses Stückes. 
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