Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

Hugo raucus, Leos Großvater, oder dessen unbekannte Gemahlin Geschwister 
von Konrads II. Mutter Adelheid und damit auch von Graf Gerhard und Graf 
Adalbert (Saargau — Metz) gewesen sein. Gerade jener Versuch, die hier genann¬ 
ten Personen in ein und dieselbe Generation einordnen zu wollen, mußte aber 
oben schon bei der Besprechung von Wittes System verworfen werden. Hugo 
raucus und seine Gemahlin sind ja nicht Zeitgenossen der Grafen Gerhard von 
Metz und Adalbert vom Saargau und von Metz sowie von deren Schwester Adel¬ 
heid gewesen, sondern sie wirkten gut eine Generation früher206 207. Die consobrinus- 
Angabe der Vita Leonis darf man also nicht so scharf fassen. Man braucht sich 
aber auf diese chronologischen Erwägungen nicht allein zu verlassen. Überliefert 
uns doch „Wibert“ außerdem auch einen Ausspruch Konrads II., in dem der Kai¬ 
ser seinerseits klar die von uns gesuchte Verwandtschaft nicht als elterliche charak¬ 
terisiert, sondern als eine großelterliche kennzeichnet, wodurch man die Geschwi¬ 
sterschaft zu Hugo raucus oder dessen Gemahlin nunmehr berechtigterweise nicht 
mehr bei Konrads II. Mutter Adelheid, sondern eine Generation davor suchen 
darf. Ihn empfehle — so soll nämlich Konrad II. bei der Erhebung Brunos auf 
den Touler Bischofsstuhl gesagt haben — nicht nur sein unermüdlicher, treuer 
Diensteifer gegenüber Kaiser und Reich, sondern ebenso die durch großelterliche 
Verwandtschaft hervorgerufene gegenseitige Zuneigung von Blutsverwandten20'. 
206 Vgl. oben S. 123 f. — Will man dennoch mit Witte dieser consobrinus-Angabe 
einen entscheidenden Wert beimessen und somit die Grafen Adalbert vom Saargau 
und Gerhard von Metz sowie die Gräfin Adelheid (Mutter Konrads II.) als Ge¬ 
schwister des Hugo raucus ansehen (— die Annahme bloßer Verschwägerung ent¬ 
fällt im Witte sehen System ja, weil dann die späteren Lothringerherzöge nicht 
mehr im Mannesstamm de Alsatia (Sigebert v. Gembloux) gewesen wären —), so 
sei außerdem darauf hingewiesen, daß dann Graf Gerhard von Metz in Eva von 
Luxemburg eine Verwandte 2 : 2 kanonischen (= 4. röm.) Grades geehelicht haben 
müßte! Wir haben ja doch die Wigerich-Kunigunde-Tochter Liutgard oben (S. 109 ff.) 
mit unumstößlichen Beweisen als Mutter des Hugo raucus bestimmt. 
Wigerich QD Kunigunde 
Siegfried I. v. Luxemburg Liutgard 
Eva QD Gerhard Adalbert Adelheid Hugo raucus 
K. Konrad II. Hugo 
Dieses Schema läßt sich auch nicht durch die Einschiebung eines Siegfrid II, von 
Luxemburg (als Sohn Siegfrieds I. und als Vater Evas) verändern; vgl. dazu oben 
S. 92 Anm. 50. 
207 Vita Leonis lib. I c. 9: quem nobis commendat et indefessus labor fidelis erga nos 
serviminis et consanguineus invicem affectus avitae propinquitatis; I. M. Watte- 
rich, Pont. Rom. vitae I S. 138. Hierbei ist invicem selbstverständlich auf affec¬ 
tus zu beziehen, nicht auf avitae propinquitatis, wie E. Kimpen, Rhein. An¬ 
fänge S. 16, meint. Es ist dabei also nur etwas über des Sprechers, d. h. Konrads II., 
Abstammungsgrad von zwei propinqui gesagt und dieser als großelterlich gekenn- 
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