Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

von Köln als Vater dieser vier Geschwister anzusetzen. Hierbei tritt das Argument 
der „Namensvererbung“ an die Stelle von Quellenaussagen. Ähnlich schwankend 
sind die Grundlagen für Erzbischof Hermanns Gemahlin Gerberga und deren Her¬ 
leitung aus dem Konradinerhaus: eine auf Rasur stehende und offensichtlich ver¬ 
derbte Stelle im Rotulus von St. Ursula zu Köln (betr. Gerberga als Gattin Her¬ 
manns) und das späte Machwerk der sogn. Stiftungsurkunde von Oberpleis (in ihr 
soll ein Eberhard de Pleisa, der mit König Konrads I. Bruder Eberhard identifiziert 
wird, als Vetter Erzbischof Wigfrieds genannt worden sein). Ganz auf besitz¬ 
geschichtlichen Kombinationen beruhen die Angaben über Erzbischof Hermanns 
Eltern und Brüder. Sie können hier aber unbeachtet bleiben, weil der entscheidende 
Fehler ja schon in der Herleitung Pfalzgraf Gottfrieds und Erzbischof Wigfrieds 
von Erzbischof Hermann von Köln liegt, wie ein Vergleich mit den Ergebnissen 
von Kapitel II zeigt. 
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So ist also die Klärung der rätselhaften Zusammenhänge erneut zu versuchen. 
Dabei wollen wir uns zunächst der Frage nach dem Grad und der Art und Weise 
der Verwandtschaft Papst Leos IX. und seines Vaters Hugo mît Kaiser Kon¬ 
rad II. zuwenden. 
Zumal beide als consanguinei des Saliers bezeichnet werden202, müssen die Egis- 
heimer und der Salier einen gemeinsamen Vorfahren gehabt haben. Von Kon¬ 
rad II. her gesehen, kann aber die Verwandtschaft nicht gut über den Vater, 
Graf Heinrich von Speyer203, und die älteren Salier gelaufen sein, da ja Bruno 
von Toul / Leo IX. auch als „Verwandter“ zweier Nachkommen der Geschwister 
von Konrads II. Mutter Adelheid bezeugt ist: nämlich als Verwandter des Gra¬ 
fen Gerhard, dessen Vater Graf Adalbert als Gründer von Busendorf immer 
wieder hervorgehoben werden mußte, und als Verwandter der Cousine jenes 
Grafen Gerhard, Berscinda204. Die Verwandtschaft Leos IX. und seines Vaters 
Hugo zu Konrad II. kann somit nur durch Konrads II. Mutter Adelheid, die 
Schwester der zwei berühmten Grafen von Metz und vom Saargau (Gerhard und 
Adalbert), vermittelt worden sein. 
Sollen Leos IX. Vater, Graf Hugo, und Kaiser Konrad II. consobrini, Vettern, 
gewesen sein — wie es in der Vita Leonis einmal heißt200 —, dann könnten nur 
202 Vgl. oben S. 103 mit Anm. 103 — 107. 
203 Zur Zurückweisung der Ansicht, Konrad II. sei nicht ein Sohn Heinrichs von Speyer, 
sondern ein unehelicher Sproß Kaiser Ottos III. gewesen, vgl. oben S. 65 f. in 
Anm. 66. 
204 Vgl. oben S. 90 mit Anm. 48. In dieser Urkunde hieß es u. a.: „Bruno d’Asbourg 
Evêque de Toul, parent de parties ( — Äbtissin Berscinda von Remiremont einer¬ 
seits und Graf Gerhard, Vater des Herzogs Gerhard, andererseits), pria le Comte 
Gérard de céder à l’Abesse les droits qu’il tiroit sur chaque feu du village de 
Docelles . . .“. 
205 Vgl. oben S. 103 bei Anm. 105 und 106. 
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