Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

Verduner Urkunden bekannten Verwandten des Bischofs Wigfried von Verdun 
aus dem ihr bei Schenk zu Schweinsberg zugedachten Platz ausscheiden. Ebenso 
ist die Herleitung von den alten Grafen von Metz, den Matfriedingern, völlig 
hypothetisch. So zerfällt eigentlich bei kritischer Betrachtung die gesamte Kon¬ 
struktion wieder in ihre Einzelteile. Abzulehnen ist schließlich auch Schenk zu 
Schweinsbergs Bestimmung der Verwandten (Onkel und Vettern) Leos IX., die 
er von "Witte übernommen hat und die hier nicht mehr mit angezeigt wurde, 
desgleichen seine Einordnung des 1048 erschlagenen Herzogs Adalbert. 
1933 hat E. KIMPEN seine Sicht vorgetragen und für sie manche Zustimmung 
gefunden180. Die von ihm mit großer Umsicht entwickelte Tafel wird auf der fol¬ 
genden Seite wiedergegeben. 
In dieser Tafel ist nun zunächst Pfalzgraf Gottfried in der gleichen Weise von 
den alten Matfriedingern hergeleitet, auf die wir auch bei unserer Untersuchung 
der Herkunft Ottos und Irmingards von Hammerstein stießen und die auch in 
dem bislang unbekannten 2. Remiremonter Eintrag zur Gottfried-Ermentrud- 
Familie ihren quellenmäßigen Niederschlag fand. Für die Zuordnung Herzog 
Ottos von Lothringen zu dieser Familie läßt sich hingegen kein plausibler Grund 
erkennen. Auch in der Bestimmung des Vaters der drei bekannten Geschwister 
Gerhard, Bischof Richar und Matfried gelangten wir zu einer anderen Auffas¬ 
sung. Die gewonnenen Anzeichen sprachen sehr dafür, den Grafen Adalhard II. 
von Metz, und nicht einen älteren Grafen Matfried, als deren Vater anzuspre¬ 
chen. Der neuralgische Punkt in Kimpens System ist jedoch die Bestimmung der 
Gemahlin und der in der Vita Adelheids von Vilich nicht mit Namen genannten 
Kinder des Pfalzgrafen Gottfried. Nach unseren diesbezüglichen, aus den Ein¬ 
trägen des Remiremonter Gedenkbuches gewonnenen Erkenntnissen läßt sich nur 
sagen, daß auch Kimpens Rekonstruktionsversuch sowie seine Zusammenfügung 
der Grundblöcke unrichtig ist. Die Gemahlin des Pfalzgrafen Gottfried hieß 
Ermentrud, und sie war keinesfalls die Schwester oder die Nichte Herzog Gisel¬ 
berts von Lothringen. Wir haben uns vor allem auch an die in der Vita Adel¬ 
heids überlieferte Zahl von vier Söhnen und einer Tochter des Pfalzgrafenpaares 
zu halten und können nicht noch eine weitere Tochter (und noch weitere Söhne181) 
einschieben. Die Kinder heißen: Herzog Gottfried, Gebhard, Gerhard, Adalhard 
und Gerberga, letztere vermählt mit Graf Megingoz. Desgleichen ist in der 
ren wollen? Dies ist freilich unmöglich, da Richard von Metz noch 986 bezeugt ist 
(vgl. V. Châtelain, Le comté de Metz, in: Jb. d. Ges. f. lothr. Gesch. 13, 
1901, S. 294 f.), Richar aber 973 schon tot war (vgl. oben S. 93 f.). 
180 E. K i m p e n , Rheinische Anfänge, Tafel I nach S. 44. 
181 Dies für den freilich von E. Kimpen nur für möglich gehaltenen Fall der Ein¬ 
reihung der sogn. „Verduner Grafengruppe“ unter die Pfalzgrafensöhne. 
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