Full text : Interkommunale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum

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(insgesamt  10.000  Gemeinden)  vorsah,  von  denen  lediglich  knapp  900  (2.217  Gemeinden)  realisiert
werden  konnten.  Seit  einigen  Jahren  kommt  es  bereits  zu  Auflösungen  von  Fusionen.  Die  Zahl  der  französischen
  Gemeinden  verringerte  sich  zwischen  1962  und  1990  nur  um  ca.  900  (RAYMOND  1991:35),
z.T.  allerdings  durch  Totalverlust  der  Einwohner!  Inwieweit  ein  Status  quo  der  Kleinteilung
(.morcellement)  des  französischen  Territoriums  und  damit  der  relativ  geringen  politischen  Macht  der
Gemeinden  von  Seiten  des  Staates  gewollt  ist,  läßt  sich  hier  nicht  definitiv  klären.  Es  liegt  jedoch  auf  der
Hand,  daß  diese  Struktur  eine  Politik  des  „divide  et  impera“  begünstigt:  „Die  Gemeinden  stemmen  sich
gegen  eine  Reform  [...],  stützen  dadurch  jedoch  den  Zentralstaat,  der  weiter  teilen  und  herrschen  kann“
(BRÜCHER  1992:43).  RAYMOND  (1991:36)  schlußfolgert  resignierend:  „Le  morcellement  est  une
donnée  ancrée  dans  les  mentalités  françaises,  dont  il  faut  s'accomoder“  (vgl.  auch  CHATELAIN  &
BROWAEYS  1991;  MABILEAU  1996).
Neben  den  Gebietskörperschaften  existieren  mit  den  cantons  (Wahlbezirke),  bassins  d'emploi
(Arbeitsamtsbezirke)  und  arrondissements  (Untereinheiten  der  Departements,  Zuständigkeitsbereich  des
dem  Präfekten  unterstehenden  Unterpräfekten  (sous-préfets),  d.h.  der  staatlichen  Verwaltung)  weitere
territoriale  Verwaltungseinheiten;  im  internationalen  Vergleich  führen  sie  häufig  zu  Verwirrungen.  Dies
gilt  insbesondere  für  die  arrondissements,  die,  ob  ihrer  Ausdehnung,  in  der  deutschsprachigen  Literatur
oft  leichtfertig  mit  den  deutschen  Landkreisen  gleichgesetzt  werden,  jedoch  keine  Gebietskörperschaften
darstellen  (s.o.).

Entwurf  +  Darstellung:  Christian  SCHULZ  (1997)

Abb.  18:  Aufbau  der  französischen  Territorialverwaltung
            
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