Full text: Interkommunale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum

57 
der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens20 teil, ferner in beobachtender Rolle die Präfektin der 
Region Lothringen und des Département Moselle. 
Der zweite Gipfel wurde von einer Perspektivkommission inhaltlich vorbereitet und stand mit dem 
Kemthema „Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt, Sozialer Dialog und Abbau administrativer Hemm¬ 
nisse“ ganz im Zeichen des Wirtschafts- und Sozialraumes Saar-Lor-Lux. Als wichtigstes Ergebnis ist 
sicherlich der Entschluß zur Einsetzung eines Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion zu 
werten. Darüber hinaus wurden einzelne Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, zur 
Beseitigung der Probleme für Grenzpendler sowie zum Aufbau eines gemeinsamen Standortmarketings 
beschlossen. Ferner wurde die Notwendigkeit eines vom luxemburgischen Raumordnungsministerium 
initiierten Raumentwicklungsschemas {Saar-Lor-Lux-plus) anerkannt, das im weiteren noch von Inter¬ 
esse sein wird. (GIPFEL 1996; ISOPLAN 1996) 
Von den künftigen Gipfeln erhoffen sich Politik und Fachöffentlichkeit weitere konkrete Schritte, 
„um der Gefahr zu begegnen, daß das vielzitierte ‘Saar-Lor-Lux’ in der Bedeutungslosigkeit versinkt“ 
(Saarbrücker Zeitung v. 5.11.1996). 
3.3 Die bisherige Rolle der Kommunen in der Saar-Lor-Lux-Kooperation 
(y 
Den Gemeinden bzw. den grenznahen Gemeinden kommt im Rahmen des Integrationsprozesses des 
Saar-Lor-Lux-Raumes eine besondere Bedeutung zu, da sie schon lange vor Schengen und Maastricht 
unmittelbar mit den Problemen und Vorzügen ihrer Grenzlage konfrontiert und damit gezwungen waren 
- oftmals auch ohne rechtliche Grundlage - pragmatische Lösungen für das Miteinander mit ihren Nach¬ 
barn jenseits der Grenze zu finden. Sie können somit zurecht als „premiers partenaires du dialogue 
transfrontalier au quotidien“ (PRÉFECTURE DE LA RÉGION LORRAINE 1994:98) bezeichnet werden. 
Neben den unmittelbaren Kontakten und den vielfältigen daraus resultierenden Formen der grenzüber¬ 
schreitenden Zusammenarbeit (s. Kap. 3.3.4) engagieren sich die Gemeinden auch auf der regionalen 
Ebene für eine Berücksichtigung kommunaler Interessen im Rahmen der Saar-Lor-Lux-Kooperation. So 
fordern ihre Spitzenverbände beispielsweise seit längerem die Aufnahme kommunaler Vertreter in die 
Regionalkommission Saar-Lor-Lux-Trier/Westpfalz. Diesem Wunsch kamen die deutschen Delegatio¬ 
nen bisher lediglich in der Form nach, daß ein rheinland-pfälzischer und ein saarländischer Landrat21 
beobachtend an den Sitzungen der Kommission teilnehmen dürfen. Die luxemburgische Delegation 
stellte 1996 erstmals einen Vertreter des Kommunalverbandes SYVICOL - ebenfalls mit Beobachtersta¬ 
tus - vor, während die französische Seite bisher keine Kommunalvertreter zuließ (REGIONAL¬ 
KOMMISSION 1996). Eine aktive Beteiligung erfuhren die Kommunen im Rahmen der o.g. Perspektiv¬ 
kommission zur Vorbereitung des zweiten Gipfels der Großregion, in der ein Vertreter der EuRegio 
SaarLorLuxRhein (s.u.) mitwirkte. Bevor auf die Bedeutung und die Aktivitäten der grenznahen Ge¬ 
meinden eingegangen wird, erscheint zunächst ein Überblick über die derzeitigen großräumigeren For¬ 
men kommunaler Zusammenarbeit in Saar-Lor-Lux angebracht. Hier ist an erster Stelle die EuRegio 
SaarLorLuxRhein als kommunaler Spitzenverband zu nennen, ferner die Partnerschaft zwischen dem 
Département Moselle und dem Landkreistag des Saarlandes sowie der Eurodistrict Metz- 
Saarbrücken. 
20 Die hier vorgenommene Erweiterung der Großregion um die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens (s. 
auch Kap. 4.7.1) erscheint unter anderem deshalb problematisch, weil diese bereits einer anderen 
grenzüberschreitenden Region, nämlich der Euregio Maas-Rhein angehört (s. Kap. 2.3.2) 
1 Als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände in Rheinland-Pfalz bzw. des 
Landkreistages im Saarland
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.