Full text : Interkommunale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum

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Für  sechs  dieser  Teilräume  hat  die  Regionalkommission  Raumordnungsstudien  in  Auftrag  gegeben,
deren  erste  Entwürfe  zum  Teil  vorliegen.  Von  ihren  Ergebnissen  wird,  sofern  sie  die  Fallbeispiele  der
vorliegenden  Arbeit  berühren,  im  weiteren  noch  die  Rede  sein.

3.2.2  Der  Interregionale  Parlamentarierrat  (IPR)
Der  Interregionale  Parlamentarierrat  (IPR)  geht  auf  eine  Konvention  vom  17.2.1986  zurück.  Er
stellt  rechtlich  keine  Zusammenarbeit  von  Gebietskörperschaften  gemäß  dem  Madrider  Rahmenübereinkommen
  dar,  sondern  ist  eher  als  Form  der  Kontaktpflege  der  Parlamentarier  der  Großregion,  d.h.  als
Ort  des  Austauschs  und  der  Erörterung  gemeinsamer  Probleme  anzusehen.  Der  IPR  umfaßte  zunächst
die  Landtage  der  Bundesländer  Rheinland-Pfalz  und  Saarland,  die  Abgeordnetenkammer  Luxemburgs
(Chambre  des  Députés),  den  lothringischen  Regionalrat  (Conseil  Régional)  sowie  den  Rat  der  belgischen
  Provinz  Luxemburg  (Conseil  Provincial).  Im  Jahre  1993  schloß  sich  auch  das  Regionalparlament
Walloniens  dem  DPR  an  (Parlement  Régional)  (IPR  o.J.).
Bisher  tagte  der  IPR  ein  bis  zweimal  jährlich  (Saarbrücker  Zeitung  v.  16./17.11.1996).  Parallel  dazu
arbeiten  fünf  permanente  Ausschüsse  zu  den  Themen  Wirtschaft,  Soziales,  Verkehr  und  Kommunikation,
  Umwelt  und  Landwirtschaft  sowie  Bildung,  Forschung  und  Kultur.  Der  IPR  hat  sich  zum  Ziel  gesetzt,

•  die  ökonomische,  soziale  und  kulturelle  Rolle  der  Großregion  Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz-Wallonie
  durch  eine  enge  grenzüberschreitende  Zusammenarbeit  der  Regionen  zu  fördern  und
•  einen  Beitrag  zu  der  Entwicklung  einer  grenzüberschreitenden  Perspektive  in  den  Bereichen  zu  leisten,
  die  bisher  der  alleinigen  Zuständigkeit  der  Regionen  Vorbehalten  blieben  (MAT  1996).
Der  IPR  will  in  diesem  Sinne  Sprachrohr  im  Prozeß  der  politischen  Willensbildung  sein:  „Der  IPR
nimmt  eine  wichtige  integrative  Funktion  der  politischen  Meinungsbildung  im  Großraum  Saar-Lor-Lux
wahr.  Zwar  kann  er  keine  Entscheidungen  mit  Außenwirkung  treffen.  Über  die  in  ihm  vertretenen  Parlamente
  und  Regionalversammlungen  ist  er  aber  in  der  Lage,  Einfluß  auf  die  regionalen  Exekutiven
auszuüben"  (AUTEXIER  1993:20f.).  Da  er  jedoch  keinerlei  Entscheidungsbefugnis  besitzt,  ist  er  weit  von
einer  „echten“  parlamentarischen  Arbeit  für  den  Saar-Lor-Lux-Raum  entfernt,  und  daher  nicht  mit  dem
Euregio-Rat  (s.o.)  oder  ähnlichen  grenzüberschreitenden,  demokratisch  legitimierten  Entscheidungsgremien
  zu  vergleichen.  Doch  sollte  seine  Bedeutung  als  Forum  des  Sich-Kennenlemens  der  politischen
Entscheidungsträger  der  Teilregionen  im  Hinblick  auf  den  Abbau  etwaiger  Ressentiments  und  eine  daraus
  resultierende  Stärkung  des  politischen  Willens  zur  Kooperation  nicht  unterschätzt  werden.
3.2.3  Der  Gipfel  der  Großregion
Auf  der  Ebene  der  Exekutiven  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  eine  Vielzahl  bilateraler  Kontakte  zwischen
  den  Teilregionen  entwickelt,  im  Falle  des  seit  1991  bestehenden  Gemeinsamen  Ausschusses  der
regionalen  Exekutiven  Saar-Lor  sogar  in  stark  institutionalisierter  Form.  Basierend  auf  einer  gemeinsamen
  Erklärung  des  saarländischen  Ministerpräsidenten  und  des  Präsidenten  des  lothringischen  Regionalrates
  unterhält  dieser  Ausschuß  derzeit  drei  paritätisch  besetzte  Einrichtungen  bzw.  Organe  auf  unterschiedlichen
  Arbeitsebenen  (AUTEXIER  1993:22ff.).
Im  September  1995  gelang  auf  Einladung  des  luxemburgischen  Premierministers  erstmals  der  Versuch,
  die  Exekutiven  des  Saar-Lor-Lux-Raumes  im  Rahmen  eines  Gipfels  der  Großregion  zu  vereinen.
Dieser  Gipfel  tagte  im  November  1996  in  Saarbrücken  zum  zweiten  Mal  und  fand  im  November  1997
im  lothringischen  Manderen  seine  Fortsetzung.  An  den  beiden  letzten  Gipfeln  nahmen  der  luxemburgische
  Premierminister,  die  Ministerpräsidenten  der  Länder  Rheinland-Pfalz  und  Saarland,  der  Präsident
des  lothringischen  Regionalrates,  die  Präsidenten  der  Generalräte  der  Départements  Moselle  und
Meurthe-et-Moselle,  der  Gouverneur  der  belgischen  Provinz  Luxemburg  sowie  der  Ministerpräsident
            
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