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Arbeitsmodell für den Saar-Lor-Lux-Raum, das auf dem bereits dargestellten Leitbild grenzüberschreitender
Städtenetze basiert (s. Kap. 3.3.4). Die endgültige Auswahl von drei Fallbeispielen aus den ermittelten
Teilgrenzräumen erfolgte anhand der jeweiligen grenzüberschreitenden Aktivitäten sowie deren
Grad der Institutionalisierung. Bei der Auswahl spielte ferner das Anliegen eine Rolle, Teilgrenzräume
mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zu betrachten.
Der empirische Teil der Untersuchung beruht einerseits auf Befragungen, andererseits auf dem
Prinzip der teilnehmenden Beobachtung. Letztere erfolgte - neben der bereits erwähnten Analyse entsprechender
Dokumentionen - durch Teilnahme an Tagungen und Arbeitssitzungen grenzüberschreitend
tätiger Gremien (z.B. Generalversammlung der EuRegio SaarLorLuxRhein a.s.b.l., Projektgruppe
TEMSIS). Die Befragungen lassen sich in zwei Gruppen gliedern: In einer ersten Empiriephase wurden
zahlreiche Expertengespräche (explorative Leitfadeninterviews) mit Vertretern/innen in Behörden,
Kammern und Verbänden geführt (s. Anhang), um einen möglichst facettenreichen Überblick über die
Gesamtproblematik zu bekommen. Die so gewonnenen, in der Regel nicht oder kaum gefilterten Informationen
„aus erster Hand“ lieferten wesentliche Impulse für die Ausrichtung der Untersuchung und
den Aufbau der anschließenden Gemeindebefragung, in deren Mittelpunkt nun die lokalen Akteure
standen (Empiriephase 2). In 29 Grenzgemeinden wurden standardisierte Interviews mit Bürgermeistern,
Beigeordneten oder höheren Verwaltungsangestellten geführt (s. Anhang).
In dem hierzu eingesetzte Fragebogen, der ebenfalls im Anhang dokumentiert ist, wurde - neben allgemeinen
Fragen zu den grenzüberschreitenden Aktivitäten der Gemeinden - insbesondere nach Wertungen
der finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen gefragt, aber auch nach persönlichen Erfahrungen
im Abstimmungsprozeß mit den Nachbarkommunen. Es handelte sich dabei überwiegend um
geschlossene und halboffene Fragestellungen. In einigen offenen Fragen bot sich aber auch die Möglichkeit,
dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin unerwartete Hintergründe, persönliche Meinungen
und Wertungen zu „entlocken“, die sich für das Gesamtverständnis des Untersuchungsgegenstandes
als immens wichtig erwiesen (ATTESLANDER 1993; FRIEDRICHS 1990). Auf einen pre-test
zur Erprobung des Fragebogens wurde angesichts der kleinen Stichprobe verzichtet. Jedoch wurden
nach dem jeweils ersten Interview im deutsch- und französischsprachigen Teil des Untersuchungsraumes
kleinere, primär redaktionelle Änderungen vorgenommen.
Die Ergebnisse dieses empirischen Teils münden in eine vergleichenden Analyse der gewählten Fallbeispiele.
Dabei ist es aus Gründen mangelnder Repräsentativität unzulässig, die Ergebnisse der Gemeindebefragung
dezidiert quantitativ auszuwerten. Es wird daher auf die Darstellung (v.a. relativer)
rechnerischer Ergebniswerte weitgehend verzichtet. Werden dennoch Zahlen genannt, so sind diese lediglich
als tendenzielle Hinweise auf gewisse Sachverhalte oder Entwicklungen zu verstehen, nicht als
statistisch abgesicherte Feststellungen. Im übrigen wird die Mehrzahl der Untersuchungsergebnisse
verbal-argumentativ präsentiert und diskutiert. Eine darauf aufbauende Stärken-Schwächen-Analyse
soll Aufschluß über die Perspektiven und Hemmnisse der lokalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
geben und eine Überprüfung des skizzierten Vemetzungsansatzes ermöglichen. Aus der nachfolgenden
Diskussion ergeben sich Schlußfolgerungen und Empfehlungen, die in einem abschließenden Ausblick
zusammengefaßt werden.
Bezüglich des Städtenetz-Ansatzes ist im Zusammenhang mit dem zweiten Fallbeispiel (Moseltal)
schon hier einschränkend festzustellen, daß es sich bei diesem Raum um ein ländliches Gebiet mit wenigen,
kleinen zentralen Orten handelt. Angesichts dieser räumlich strukturellen Voraussetzungen kann
hier nur bedingt eine Verifizierung des Städtenetz-Leitbildes erfolgen. Dennoch erscheint es sinnvoll,
auch diesen Teilgrenzraum dem vorgenannten Bewertungsraster zu unterziehen, um Aufschluß über die
Intensität und Qualität der grenzüberschrietenden Zusammenarbeit zu bekommen.