Full text : Interkommunale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum

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Sieht  man  von  globalen  oder  transkontinentalen  Städtevernetzungen  einmal  ab,  so  erscheint  die  Unterscheidung
  von  intraregionalen  und  interregionalen  Städtenetzen  als  wesentlichste  räumliche  Differenzierung
  (KUNZMANN  1995).  Als  interregional  gilt  dabei  die  Vernetzung  von  Zentren,  die  unterschiedlichen
  „Regionen“  angehören  (z.B.  größere  Verwaltungseinheiten  wie  Regierungsbezirke,  Bundesländer,
  Departements  usw.),  d.h.  die  Netzachsen  überschreiten  bedeutende  Verwaltungsgrenzen  und
damit  etablierte  Hierarchiemuster  der  (staatlichen)  Administration  (s.  Abb.  5a).  Intraregionale  Städtenetze
  liegen  demgegenüber  innerhalb  vorgenannter  Gebietseinheiten.  Sie  können  im  Extremfall  das
gesamte  Gebiet  einer  Region  umfassen  (transregional),  beispielsweise  alle  Mittel-  und  Oberzentren
eines  Regierungsbezirks,  oder  auf  der  lokalen  Ebene  angesiedelt  sein  (s.  Abb.  5b).

a)  Städtenetz  mit  dominantem
Zentralen  Ort

b)  Städtenetz  mit  Orten
gleicher  Zentralität

=  Oberzentrum

EU  =  Mittelzentrum  -  =  Bezugsachse
Entwurf  +  Darstellung:  Christian  SCHULZ  (1997)

Abb.  4:  Strukturelle  Typen  von  Städtenetzen

1.3.2.7 Bewertung  von  Städtenetzen
Im  Vorgriff  auf  die  methodischen  Ausführungen  in  Kapitel  1.4  wird  nachfolgend  der  Versuch  unternommen,
  ein  Bewertungsraster  zur  Ermittlung  des  Grades  der  Vernetzung  der  zu  untersuchenden  Fallbeispiele
  zu  entwickeln.  Neben  der  von  STEENS  (1994:437)  vor  geschlagenen  hilfreichen  Unterscheidung
in  manifeste  und  latente  Beziehungen  zwischen  Städten  gibt  es  weitere  Parameter  qualitativer  wie
quantitativer  Art,  die  eine  Bewertung  der  Vernetzung  möglich  machen  (s.  Abb.  6).  Das  nachstehende
Raster  bezieht  sich  dabei  ausschließlich  auf  den  Typus  des  lokalen  grenzüberschreitenden  Städtenetzes.
Eine  Übertragung  auf  andere  räumliche  Vemetzungstypen  ist  grundsätzlich  möglich,  bedarf  aber  geringfügiger
  Veränderungen.  Das  Raster  stützt  sich  auf  die  Arbeiten  von  PRIEBS  (1996),  RITTER  (1995),
SPANGENBERGER  (1996)  und  Shens  (1995)  sowie  auf  eigene  Ergänzungen.  Im  Hinblick  auf  die  grenzüberschreitende
  Betrachtungsweise  der  vorliegenden  Untersuchung  erscheint  eine  weitere  Differenzierung
  nötig.  So  erfüllt  ein  lokales,  staatsgrenzenüberschreitendes  Städtenetz  weder  die  Kriterien  der  Interregionalität,
  die  eindeutig  eine  höhere  Maßstabsebene  meint,  noch  handelt  es  sich  um  ein  intraregionales
  lokales  Netz,  da  wichtige  Grenzen  passiert  werden.  Letztere  Bezeichnung  träfe  lediglich  dann  zu,
            
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