Full text : Interkommunale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum

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Die  befragten  Gemeinden  partizipierten  in  den  meisten  Fällen  an  mehreren  solcher  Konstrukte  (s.  Kap
8).
Die  Organisationsform  läßt  Rückschlüsse  auf  die  Dauerhaftigkeit,  die  Verbindlichkeit  und  die
Reichweite  der  grenzüberschreitenden  Zusammenarbeit  zu.  Während  die  Kooperationspartner  bei  informellen
  Absprachen  oder  kleineren  gemeinsamen  Vorhaben  in  der  Regel  nur  punktuelle  und  oftmals
sehr  kurzzeitige  Verpflichtungen  eingehen,  besitzen  stärker  institutionalisierte  Formen  wie  Runde  Tische,
  Ausschüsse  oder  gar  gemeinsame  Verbände  ein  wesentlich  höheres  Maß  an  Verbindlichkeit  und
Langfristigkeit.  Hinzu  kommt,  daß  durch  die  Regelmäßigkeit  der  letztgenannten  Zusammenarbeit  mit
der  Zeit  eine  stärkere  Vertrauensbasis  zwischen  den  Akteuren  entstehen  kann,  die  es  mit  der  Zeit  ermöglicht,
  gemeinsame  Projekte  auf  qualitativ  höherwertigen  Ebenen  (s.o.)  in  Angriff  zu  nehmen.
Die  Diskussion  über  die  Bedeutung  der  Organisationsformen  soll  hier  durch  eine  differenziertere
Betrachtung  der  jeweils  wichtigsten  Institution  in  den  drei  untersuchten  Fallbeispielen  vertieft  werden.
Zur  Erinnerung:  Mit  der  Association  Transfrontalière  de  l'Agglomération  du  PED,  dem  Bürgermeistertreffen
  im  Dreiländereck  sowie  der  Interkommunalen  Arbeitsgemeinschaft  bestehen  in  allen  drei
Teilräumen  demokratisch  legitimierte  Institutionen,  die  dort  verschiedene  Bereiche  der  grenzüberschreitenden
  Kooperation  abdecken.

Organisationsform  der  Kooperation

Informelle  Absprache

Quelle:  Eigene  Erhebung  (n=29)  M  Anzahl  der  Nennungen
Entwurf  +  Darstellung:  Christian  SCHULZ  (1997)
Abb.  31:  Organisationsformen  der  interkommunalen  grenzüberschreitenden  Kooperation
Die  Association  Transfrontalière  ist,  sowohl  von  ihrer  Organisationsstruktur  als  auch  von  ihrer
(finanziellen)  Ausstattung  her,  sicherlich  die  am  höchsten  entwickelte  der  drei  Institutionen.  Durch  ihre
von  kommunalen  Vertretern  dominierten  Gremien,  insbesondere  aber  durch  das  gemeinsam  unterhaltene
Observatoire  de  l'Urbanisme  und  dessen  klar  definierte  Aufgabenbereiche  ist  hier  die  Möglichkeit  einer
stringenten,  zielorientierten  Zusammenarbeit  geschaffen  worden.  Mittelfristig  sollen  das  vom  Observatoire
  zu  erarbeitende  Leitbild  für  die  städtebauliche  Entwicklung  der  Agglomération  und  die  hierzu
notwendigen  Maßnahmen  in  eine  gemeinsame  Charta  münden,  die  für  alle  Partner  eine  gewisse  Verbindlichkeit78
  besitzen  wird.  Zwar  ähnelt  die  Interkommunale  Arbeitsgemeinschaft  der  Association  in

78

Basierend  auf  der  Sebstverpflichtung  der  unterzeichnenden  Gemeinden,  die  Inhalte  der  Charta  im  Rahmen
ihrer  kommunalen  Bauleitplanung  umzusetzen.
            
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