Full text: Interkommunale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum

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6.4 Grenzüberschreitende Aktivitäten 
6.4.1 Förderung des Fremdenverkehrs 
Es wurde bereits angedeutet, daß die gemeinsamen Bemühungen um eine Förderung des Fremden¬ 
verkehrs die tragende Säule der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Dreiländereck sind (vgl. 
auch Wachowiak 1997). Ergebnis dieser Kooperation ist beispielsweise ein englisch-französisch- 
deutsch-sprachiger Fremdenverkehrsprospekt, der im Jahre 1989 von den an dem o.g. Bürgermeister¬ 
treffen partizipierenden Gemeinden herausgegeben wurde. Aber nicht nur die gemeinsame Werbung und 
Vermarktung des Moseltals als attraktives Urlaubs- und Naherholungsziel, sondern auch die Planung 
und Realisierung von touristischen Infrastrukturmaßnahmen wird eng mit den Partnern abgestimmt. So 
konnten „Wander- und Radwanderwege im Grenzbereich gegenseitig angebunden bzw. grenzüber- 
greifende Wege ausgewiesen werden“ (BASTIAN 1996:3). Ferner wurden Lehrpfade zweisprachig be¬ 
schildert, und bei der Konzeption neuer lokaler Wanderkarten wurden auch Wege jenseits der Staats¬ 
grenzen aufgenommen (z.B. Gemeinde Perl). 
Derzeit befindet sich ein Radtouristikkonzept für den gesamten Unterschungsraum in Arbeit, das 
unter anderem eine entsprechende Karte sowie eine einheitliche Hinweisbeschilderung hervorbringen 
soll. Dieses Projekt wird im Rahmen von INTERREG II gefördert, das für den Zeitraum 1995-1999 
insgesamt 1,56 Mio. ECU für touristische Maßnahmen im deutsch-luxemburgischen Grenzraum bereit¬ 
stellt (s. Kap. 4.3.2). 
6.4.2 Natur- und Landschaftsschutz 
In engem Zusammenhang mit dem touristischen Potential des Untersuchungsraumes sind die An¬ 
strengungen der Grenzgemeinden und der regionalen Gebietskörperschaften im Bereich des Natur- und 
Landschaftsschutzes zu sehen. Im Operationellen Programm der Gemeinschaftsinitiative INTERREG 
II, Deutschland-Luxemburg, heißt es dazu: „Die Umwelt als gemeinsames Gut, nicht nur abstrakt, son¬ 
dern konkret durch die gemeinsamen Grenzflüsse und Naturparke, ist ein weiteres Gebiet, das grenz¬ 
überschreitendes Handeln erfordert, mit hohen Vorteilen für die Bevölkerung und die Stärkung der 
Wirtschaftskraft der Region“ (EUROPÄISCHE KOMMISSION 1995d:15). 
Da es sich bei dem im Moseltal praktizierten Tourismus primär um einen (kultur-)land- 
schaftsbezogenen Tourismus handelt, wird dem Schutz von Natur- und Landschaft großes Gewicht 
beigemessen. Am Hammelsberg südlich Perl konnte ein gleichnamiges Naturschutzgebiet ausgewiesen 
werden, das auf französischer Seite seine Fortsetzung findet. Die ehemaligen Kiesweiher in der Mo¬ 
selaue - das Haff Reimech bei Remerschen auf luxemburgischer bzw. die Pferdemosel bei Nennig auf 
saarländischer Seite - sowie die Hänge des französischen Stromberg östlich Contz-lds-Bains bilden 
weitere ökologisch wertvolle Gebiete, die der EU im Zuge der FFH-Richtliiiie als besonders schutzwür¬ 
dig gemeldet wurden. Auf diesem Potential aufbauend, bereiten die für Umwelt- und Naturschutz zu¬ 
ständigen Behörden in Luxemburg, dem Saarland und im Departement Moselle derzeit die Ausweisung 
eines Naturparks Dreiländereck vor (MAT 1996; BASTIAN 1996:3). 
6.4.3 Wirtschaftsförderung 
Im Bereich der Wirtschaftsförderung durch kommunale Träger ist - neben der Förderung im Bereich 
Tourimus ge werbe - insbesondere die seit 1988 alle zwei Jahre stattfindende Deutsch-luxemburgische 
Nachbarschaftsausstellung (DEULUX) zu nennen. Diese interkommunal organisierte und abwechselnd 
auf deutscher und luxemburgischer Seite durchgeführte Leistungsschau bietet vor allem kleinen und 
mittleren Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe im Grenzraum die Mög¬ 
lichkeiten, sich in angemessener Form zu präsentieren. Partner der DEULUX sind die Verbands¬ 
gemeinde Trier-Land (grenzt an Untersuchungsraum), die Gemeinde Mertert/Wasserbillig (L) sowie der 
Distrikt Grevenmacher (L).
	        

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