Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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mäßiger, nicht übergroßer Pracht; domus cui nullet in Italiapar est, sagt 
Decembrio (vgl. § i) bei Murat. XX, Col. 1006; ilprimo delP universo, 
sagt Corio,/ö/. 237. Und doch soll Francesco Sforza das Schloß Ezze- 
lins in Padua (vgl. § 5) noch vorgezogen haben; Savonarola, bei Mu¬ 
rat. XXIV, Col. 1176; ebenda Col. 1174 eine weitläufige Beschreibung 
der Residenz der Fürstenfamilie Carrara zu Padua. 
Die viscontinische Residenz in Mailand bei S. Giovanni in Conca, mit 
weiten Hallenhöfen zu Turnieren, ist nicht mehr vorhanden. Corio, 
fol. 235. Die Säulen bestanden zum Teil aus schwarzen und weißen 
Marmorschichten, Decembrio (vgl. § 1) Col. 998. 
Den Palast der avignonesischen Päpste zu Montefiascone rühmt 
Pius II. {comment. L. IV, p. 204). 
Auch Bauten des öffentlichen Nutzens erhalten in Italien frühe eine 
rationelle Anlage. 
Der erste Kasernenbau in Florenz 1394, nachdem bisher das Auf¬ 
gebot in den Kirchen einquartiert worden war; Gaye, carteggio I,p. 537. 
Unter den Spitälern galt das von Siena als unvergleichlich; reisende 
Fürsten besuchten es und Kaiser Sigismund erbat sich eine genaue Auf¬ 
nahme; Uberti, il Dittamondo L. III, c. 8; - Gaye, I,p. 92; - Milanesi II, 
p. 63; - Diari sanesi bei Murat. XXIII, Col. 798. - Das Spital von Fa- 
briano bei d’Agincourt, Archit., Taf. 72. 
Ob bereits am italienisch-gotischen Zivilbau der Symmetrie wegen 
falsche Fenster und Türen Vorkommen? Das frühste, mir bekannte Bei¬ 
spiel ist doch erst aus der Zeit der Renaissance, um 1460. Vgl. Pii II. 
comment. L. IX, p. 426. 
§ 22 
Der spätere Haß gegen das Gotische 
Das spätere Bewußtsein der Italiener von dieser ihrer gotischen Bau¬ 
periode wurde von allen Seiten verwirrt und getrübt, und die mangel¬ 
hafte historische Kenntnis des wahren Herganges verband sich mit den 
stärksten Vorurteilen. 
Noch Aeneas Sylvius spricht 1444 bewundernd von der Baukunst 
in Deutschland {Aeneas Sjlvii Opera, ed. Basil. 1551, p. 740, vgl.p. 7x8; 
ein Brief des Fra Ambrogio über den Palast von Ofen, p. 830), und 
rühmt das saubere und neue Ansehen der deutschen Städte {Apol. ad 
Martinum Mayer, p. 696). Das deutsche Element an der Kirche von 
Pienza, § 77. 
Sonst war es der Renaissance ein lästiger Gedanke, daß dieser Stil 
aus Deutschland gekommen sei, sie kehrte daher an den gotischen Bau¬ 
ten der eigenen Landsleute immer die Seiten hervor, welche sich der 
»guten«, nämlich der antiken Architektur genähert hätten. Vgl. Va- 
sari II, p. 16, v. di Stefano, u. a. a. O.
	        

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