Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Serlios Werk (seit 1540): veramente ha fatto piü mavgacani architetti che 
non haveva egli peli in barba, sagt Lomazzo, trattato delT arte, p. 407, vgl. 
p. 410. Auch die sich rasch drängenden Ausgaben des Vitruv (s. un¬ 
ten) weckten ohne Zweifel den Dilettantismus. Als ein Opfer desselben 
erscheint jener ferraresische Krämer, welcher sich in Bücher von Bau¬ 
sachen vertiefte, zu pfuschen anfing und sich als den nächsten, den 
»dritten« nach Bramante und Ant. Sangallo betrachtete; man nannte ihn 
daher Messer Terzo; - vgl. Benv. Cellini, Trattato secondo, Schlußkapitel. 
Michelangelos Hohn gegen einen vornehmen römischen Dilettan¬ 
ten, Vasari XII, p. 280, v. di Michelangelo. 
Von den Vitruvianern ist weiter unten die Rede, ebenso vom Kunst¬ 
sinn des Herzogs Cosimo I. 
Die Baugrillen Julius III., der bei Anlaß seiner Villa täglich die Ent¬ 
schlüsse wechselte, Vasari I,p. 40 in seinem eigenen Leben, außerdem 
in der vita di Taddeo Zucchero. 
§ 13 
Beratungen und Behörden 
Unsere Kunde von der Sinnes weise der damaligen Architektur wird 
auch vermehrt durch Beratungen und Abstimmungen von Behörden so¬ 
wohl als von Versammlungen der Fachleute, von welchen eine mehr oder 
weniger genaue Rechenschaft auf uns gekommen ist, während im Norden 
ähnliche Aufzeichnungen fehlen. 
Der Kongreß der fremden Architekten wegen der Domkuppel in 
Florenz 1419 ist, so wie ihn Vasari III, p. 206 ss. schildert, nichts als 
eine Allegorie vom Siege des Genius über die Besserwisser. In der vita 
anonima di Brunellescoy ed. Moreni, p. 164 ss. nimmt sich die Sache viel 
einfacher aus. 
Beratungen ohne nähere Angabe der Behörden: Vasari VII, p. 130, 
v. di Bramante: resolu^ione, consiglio, deliberaspone, bei Anlaß der Cancel- 
leria in Rom und zweier Kirchen. 
Abstimmungen der Fachleute über Baufragen, nach der Kopfzahl, 
u. a. in Florenz i486, Gaye, carteggio II, p. 450. - Protokolle von Sit¬ 
zungen und Beschlüssen verschiedener Art bei Milanesi. Ein beson¬ 
ders instruktives über einen Konkurs zu einer neuen Domfassade in 
Florenz 1490, Vasari VII,p. 243 s. im Kommentar zu v. di Giul. Sangallo 
unter den 46 Konkurrenten, fast lauter Florentiner, finden sich Maler, 
Goldschmiede, Holzschnitzer, Schmiede, ein Herold und ein Stadt¬ 
pfeifer. 
§ 14 
Vielseitigkeit der Architekten 
Die Vielseitigkeit der meisten damaligen Künstler, welche unserm 
Jahrhundert der Arbeitsteilung wie ein Rätsel vorkommt, war für die 
Baukunst von besonderm Werte.
	        

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