Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

- Bei Franco Sacchetti, Nov. 215, die Prahlerei eines florentinischen 
Goldschmiedes, daß schon der Kehricht seiner Bude jährlich 800 Gul¬ 
den wert sei. 
Das 14. Jahrhundert hatte so viel in dieser Kunst gearbeitet und 
Email und Edelsteine schon mit solchem Raffinement angewandt, daß 
technische Fortschritte kaum mehr möglich waren. Das einzige, was 
die spätere Zeit in dieser Beziehung hinzutat, mag die leichtere Be¬ 
arbeitung kostbarer Steinarten zu Prachtgefäßen gewesen sein, auch 
wohl die Bereicherung des Emails mit einzelnen neuen Farben. 
Antike Gold Sachen waren so gut wie gar nicht vorhanden, so daß 
die Meister der Frührenaissance aus ihrem allgemeinen neuen Stil auch 
den der Goldarbeit entwickeln mußten. Die Skulptur der neuen Zeit, 
resolut und vielseitig wie sie war, kam ihnen auf wesentlich andere 
Weise zu Hilfe, als dies in frühem Jahrhunderten geschehen war. 
Wie sie die Flächen einteilten, das Relief behandelten, Laubwerk, 
Tierköpfe, Tierfüße, Masken usw. bildeten, Gold, Silber und Email 
in Kontrast setzten, Edelsteine und Gemmen einlegten usw., muß sich 
die Phantasie bei jeder einzelnen Aufgabe vorzustellen suchen, so gut 
sie kann. Im 1 j, Jahrhundert war sowohl der edlere Prachtsinn als die 
Lust am, höchsten Prunk und Putz gewaltig gestiegen und eine flüch¬ 
tige Übersicht der wichtigem Nachrichten, nach Gegenständen ge¬ 
ordnet, wird zeigen, welch ein Feld dieser Kunst offen war. 
§ 181 
Kirchliche Arbeiten der Frührenaissance 
Während ganze silberne Statuen noch immer und bisweilen in bedeu¬ 
tender Größe verfertigt wurden, hörte die Verfertigung silberner Altar¬ 
schreine auf, höchstens beschränkte man sich auf weitere Ausschmückung 
und Vollendung schon früher angefangener. 
Über silberne Heiligenfiguren verliert Vasari kaum irgendwo ein 
Wort; wahrscheinlich war das meiste davon, als er schrieb, schon wie¬ 
der eingeschmolzen. Ellenhohe Heilige, Engel usw., teilweise email¬ 
liert, auch eine silberne Gruppe von Mariä Himmelfahrt mit Engeln, 
auf einem Untersatz mit emaillierten Historien, Werke des Gio. Tu- 
rini (§ 149) aus den Jahren 1414-1444, im Kommentar zu v. di Polla- 
juolo, Vasari V, p. 105 ss. - Siena, um welches sich es hier handelt, be¬ 
sonders die Sakristei des Domes, war reich an solchen Arbeiten; Mi- 
lanesi II,p. 184, 220 r., 278, 291 ss., 328, 350 s., wo zum Teil die Werke 
Turinis ebenfalls erwähnt sind. - Ein silberner Christus eine Elle hoch 
(vom Jahr 1474) bei Sansovino, Venezia, fol. 97. 
Köpfe von Silberblech oder vergoldetem Erz für Schädel von Hei¬ 
ligen scheinen um diese Zeit außer Gebrauch gekommen zu sein, doch 
ließen die Sienesen noch 1466 das Haupt ihrer Ortspatronin S. Cate- 
rina so einfassen, Milanesi II, p. 332.
	        

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