Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Über das Gewölbe einer Kapelle in der Kirche zu Loreto, von Franc. 
Menzocchi muß auf Vasari XI, p. 94, v. di Genga verwiesen werden, - 
und über die Arbeiten des Forbicini auf XI, p. 134, v. di Sanmicheli; - 
über Vasaris Hauptstukkator, den höchst resoluten (terribile) Marco 
da Faenza auf XIII, p. 15 s., v. di Primaticcio; - über die Arbeiten des 
Pellegrino Tibaldi ebenda, p. 11 s.; es sind Gewölbestukkaturen und 
Altareinfassungen seines frühem Stiles, nach 1550; deutlich verraten 
die von ihm herrührenden Teile der Domfassade von Mailand selbst 
im Marmor den kühnen Stukkator. 
Nach 1550 von unbekannter Hand die graziösen gemalten Arabes¬ 
ken am Gewölbe der Palazzina zu Ferrara. 
§ 179 
Verfall der Gattung 
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlischt der von den antiken 
Thermen und Palasträumen ausgegangene Antrieb mehr und mehr; die 
beginnende Gegenreformation dringt dem Gewölbe und dem Wandzierat 
eine Menge erzählender Darstellungen und sachlicher Beziehungen auf, 
welche nicht so frei in Schönheit sich auflösen lassen, wie einst das Figür¬ 
liche in den Loggien; die naturalistische Auffassung kommt hinzu, um 
diesen Szenen das schöne leichte Dasein im dekorierten Raum und den 
Zusammenklang mit demselben unmöglich zu machen. Dagegen wird erst 
jetzt der Stukko mit der vollen Pracht, Freiheit und Energie als einfas¬ 
sendes, elastisch spannendes und tragendes Element in den Gewölben 
gehandhabt. Auch die willkürlichste Einfassungsform, der Cartoccio 
(§ 5°)> wird massenweise gebraucht. 
Die gemalten Deckenarabesken im ersten Gang der Uffizien zu Flo¬ 
renz 1581, von Poccetti; - diejenigen in der vatikanischen Bibliothek 
und in der Sala ducale des Vatikans, heiter und reich, aber schon sehr 
unrein; - diejenigen der Galeria geografica ebenda, mit kirchen¬ 
geschichtlichen Szenen von Ant. Tempesta überladen. 
Poccettis sonstige Arbeiten, immer vom Besten dieser Zeit: das mitt¬ 
lere Gewölbe in der Vorhalle der Innocenti zu Florenz, dann aus Stukko 
und Malerei gemischt: das Gewölbe der S. Antoniuskapelle in S. Marco 
und die kleine Hofhalle (links) in Pal. Pitti. - Ebenfalls relativ treff¬ 
lich: ein von den beiden Alberti gemaltes Kapellengewölbe in S. M. 
sopra Minerva zu Rom, - und einiges in den Kupoletten des rechten 
Seitenschiffes in S. Maria presso S. Celso zu Mailand, von Cerano- 
Crespi, Campi usw. 
Von den vorherrschend stukkierten Gewölben, unter welchen die 
bloß einfarbigen, etwa mit Gold, den Vorzug haben, ist wahrschein¬ 
lich dasjenige von S. Maria a’ monti zu Rom (von Giac. della Porta?) 
das einflußreichste geworden, wie es denn wohl das schönste dieser
	        

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