Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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und Lünetten der Gewölbeansichten ringsum. - (Einige Zimmer, meist 
weiß stukkiert, sind von etwas neuerem Stil.) Vgl. Vasari X,^>. 159 ss., 
v. di Perino. - Seine sonstigen äußerst zahlreichen Arbeiten dieses und 
verwandter Zweige, etwa mit Ausnahme derjenigen in der Engelsburg 
{ibid. p. 172), sind meist untergegangen, und ebenso die Kapellen in 
römischen Kirchen, welche er zuerst mit »Grottesken« in diesem 
neuern Sinne geschmückt zu haben scheint {ibid. p. 165, 170). Doch 
mag manches erhalten sein, was seinen Namen nicht trägt, da er in 
seinen spätem römischen Zeiten Entwürfe für alle möglichen Deko¬ 
rationssachen lieferte, und die Bestellungen zu geringen Preisen an 
sich riß. 
Eine nahe, obwohl nicht genau zu ermittelnde Verwandtschaft mit 
der raffaelischen Schule verrät auch die ungemein schöne gewölbte 
Decke im hintern Gartenhaus des Pal. Giustiniani, ehemals Haus des 
Luigi Cornaro (§ 119), zu Padua. Die Stelle über dieses Haus beim Ano¬ 
nimo di Morelli, wo von Raffael die Rede ist, bezieht sich jedoch nicht 
auf diesen Nebenbau. 
§ 177 
Der weiße Stukko 
Neben dem farbigen Stukko bildet sich eine besondere Übung des 
weißen, höchstens mit Gold mäßig geschmückten aus, für Räume und 
Gewölbe, welchen man einen ernsten, feierlich plastischen Charakter ge¬ 
ben wollte, sowie auch für solche, welche der Witterung ausgesetzt waren. 
Unvergleichlich schön und von den »Grotten« ganz unabhängig die 
weiße und goldene Gewölbeverzierung der Antoniuskapelle im Santo 
zu Padua, ausgeführt von Tiziano Minio, entworfen entweder von Fal- 
conetto oder von Jacopo Sansovino: Vasari IX,/>. 208 und Nota, v. di 
Fra Giocondo. - Falconettos Schwiegersohn, Bartol. Ridolfi von Ve¬ 
rona, galt in der Folge als der trefflichste Stukkodekorator dieser Ge¬ 
genden. Die Stelle aus Lomazzo über andere oberitalische Dekoratoren 
§ 137- 
Das mächtige kassettierte Tonnengewölbe der Sala regia des Vati¬ 
kans (§ 101) mit Wappen und Genien beinahe in Freiskulptur; ein für 
diese Stelle und für die sich schon neigende Kunstzeit sehr schön ge¬ 
dachtes Werk des Perino und des Daniele da Volterra (dessen sonstige 
dekorative Arbeiten, Vasari XII,/». 85-92, wohl alle zugrunde gegan¬ 
gen sind). - Offenbar in naher Verwandtschaft hiemit: die letzte Ka¬ 
pelle im linken Querschiff von S. M. del popolo. 
Uber einzelne sehr schöne Motive in farblosem Stukko, von Bal- 
dassar Peruzzi, weiß der Verfasser keine nähere Auskunft zu geben. 
(Titelblatt von Gruners Decorations usw.) 
Vorzüglich schön, obwohl nicht mehr ganz rein im Stil, die weißen 
Stukkaturen in der hintern untern Halle und am Treppenhause des
	        

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