Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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zierungen vieler Büchertitel in Holzschnitt. Letztere stellen gewiß häufig 
nichts anderes dar, als was man in den Malereien um Fenster und Türen 
herum zu sehen gewohnt war, und zwar in den Büchern von etwa 1480 
bis 1550 ganz besonders charakteristisch, je nach dem Jahrzehnt. 
§ 168 
Skulptur und Maleret der Wappen 
Die Wappen, von dem strengem Stil nordischer Heraldik völlig los¬ 
gesprochen und als freie Prachtaufgabe behandelt, bilden einen nicht un¬ 
wichtigen Bestandteil der Fassadenmalerei sowohl als der dekorativen 
Skulptur. 
Italien hatte am wahren heraldischen System so wenig Anteil als an 
dem ernstlichen Rittertum und vermischte unaufhörlich Embleme und 
eigentliche Wappen. Für diese (hier nicht weiter zu verfolgende) Kon¬ 
fusion eine belehrende Hauptstelle bei Decembrius, Vita Phil. Mariae 
Vicecomitis, Murat. XX, Col. 996. - Auch was Serlio, Ende des IV. Bu¬ 
ches, vorbringt, zeigt, daß er keine Ahnung von der Sache hat. - Ent¬ 
scheidend für die Kunst war, daß man sich weder in der Form der 
Schilde, noch in den Helmzierden an irgendeine Tradition band und 
vollends in betreff der Wappenhalter durchaus nur dem Gesetz der 
Schönheit folgte. 
Gemeißelte Wappenschilde schräg an den Ecken von Rustikapalä¬ 
sten des 15. und 16. Jahrhunderts; dann 1537 die kolossalen Wappen 
Karls V. und des Herzogs Alessandro Medici an der Fortezza da basso 
zu Florenz, ersteres mit zwei nackten lebensgroßen Viktorien, letzteres 
mit zwei andern Figuren; Vasari VIII, p. 185, v. di Baccio e Raff, da 
Montelupo; - ein Wappen Klemens VII., jetzt untergegangen; XI,p. 77, 
v. di Mosca; - Veränderung eines gemeißelten Papstwappens unter 
einem neuen Pontifikat, ibid., ji>. 79; — kolossale Wappen Pauls III. in 
Perugia, wobei zum erstenmal die Wirkung der kräftig vortretenden 
Tiara und der gekreuzten Schlüssel in Verbindung mit Festons und 
Masken hervorgehoben wird, ibid. p.üz. - Das Wappen über dem 
Hauptfenster des Pal. Farnese in Rom, Vasari XII, p. 231, v. d. Michel¬ 
angelo. 
Weit häufiger waren die gemalten Wappen, deren schon früh sehr 
prächtige mit allen irgend paßlichen Zutaten versehene vorgekommen 
sein müssen, wie z. B. das des Giangaleazzo Visconti, welches die Stadt 
Siena 1393 an Porta Camollia malen ließ für 20 Goldgulden; Milanesi I, 
p. 33. - Eine besonders reiche Wappengruppe war die bei Anlaß des 
Empfanges der Lucrezia Borgia 1502 am Palast zu Ferrara gemalte: 
»die Wappen des Papstes, des Königs von Frankreich und des erlauch¬ 
ten Hauses Este, mit Engeln, Hydren und andern schönen Zieraten«; 
Diario ferrar., Murat. XXIV, Col. 401. - Beccafumis Fassade mit dem 
Wappen Julius II. im Borgo zu Rom, Vasari X, p. 77. - Rosso Fio-
	        

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