Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

263 
Das Genre ist teils durch antike, teils durch völlige naturalistische 
Szenen vertreten, welche sich harmlos auch zum Heiligen gesellen. 
Antike Ringkämpfe und andere Spiele und besonders Darstellungen 
von Opfern. 
Eine Bauernhochzeit, ein Tanz von Buckligen, eine Wasserfahrt und 
dergleichen mehr. 
Tiere und leblose Gegenstände werden bisweilen mit der größten 
Meisterschaft an Fassaden dargestellt. Medaillonsköpfe in Steinfarbe 
kommen reihenweise vor. 
Friese mit Tierkämpfen; - Trophäen und Vasen als Beutestücke ge¬ 
dacht (sehr schön bei Polidoro); - Festons jeder Art, Masken usw. 
Medaillons mit den Köpfen der zwölf ersten Kaiser; - mit Köpfen 
von Kardinälen usw. 
Die Fresken an Gartenmauern § 128. 
§ 167 
Ausgang der Fassadenmalerei 
Die Fassadenmalerei fiel schon geraume Zeit vor der Mitte des 16. Jahr¬ 
hunderts einem schnellen und gewissenlosen Betrieb anheim, doch gibt 
die Verwertung der Motive der guten Zeit auch spätem Leistungen einen 
bedeutenden Wert, wo die Urbilder nicht mehr vorhanden sind. 
Armenini, /. c. p. 205: nach dem Tode Polidoros und Maturinos habe 
sich der Verfall zunächst im Wiederaufkommen der (in Oberitalien nie 
aufgegebenen) Vollfarbigkeit geoffenbart. 
Aus der Zeit seit 1530 weit das meiste dieser Art in Genua (älter 
ist etwa eine vortreffliche kleine Fassade auf Piazza dell’Agnello); durch¬ 
schnittlich von geringer Bedeutung, zumal im dekorativen Teil; - in 
Florenz einiges Gute aus ganz später Zeit; - in Verona, wo sich die 
Einfarbigkeit jetzt erst recht durchsetzt, manches Treffliche venezia¬ 
nischer Schule. - Lombardische Landhäuser aus dieser Zeit, bisweilen 
völlig bemalt, z. B. eine Villa zu Bissuccio, unweit Varese. 
Fassaden aus Malerei und Stukko gemischt sind fast nur noch aus 
der Barockzeit vorhanden und eher an kleinen Kirchen als an Häusern. 
(Die bloß stukkierten Fassaden vgl. § 96.) 
Auch an den geringem Arbeiten dieser spätem Zeit wird man Wir¬ 
kungsmittel entdecken, welche darauf hindeuten, was für Kräfte der 
besten Epoche sich dieser Gattung einst mußten gewidmet haben. 
Die ganze Fassadenmalerei, heute eine unverstandene Ruine und von 
den Reisenden und Künstlern wenig beachtet, müßte im Auftrag einer 
Regierung in guten Aufnahmen gerettet werden. 
Näher verwandt mit der Fassadenmalerei, als man es denken sollte: 
die dekorative Einfassung mancher Miniaturen und namentlich die Ver-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.