Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Luxus des 15. Jahrhunderts, zumal in reichen Städten Oberitaliens, tat 
das Übrige. In der Cap. Zeno zu S. Marco in Venedig Altar und Grab 
von Erz; Bronzereliefs und ganze bronzene Wandgräber usw. in Pa¬ 
dua, von Donatello, Vellano, Riccio; vgl. auch § 141. Man nimmt so¬ 
gar an, daß Donatellos zerstreute Bronzewerke im Santo zu Padua 
Einen großen Hochaltar hätten schmücken sollen. - Die Beschreibung 
eines großen bronzenen vergoldeten Prachtaltars mit silbernen Figu¬ 
ren, 1521 bis 1526, in S. Maria della Misericordia zu Bergamo, im Anó¬ 
nimo di Morelli (jetzt verschwunden; laut Vasari VII, p. izj, Nota, v. 
di Bramante, hätte man das leuchtende Metall gewählt, weil der betref¬ 
fende Chor dunkel war). - In Rom sind einige Papstgräber aus Erz: 
dasjenige Martins V. von Filarete, Sixtus IV. und Innocenz VIII. von 
Ant. Pollajuolo (§ 141). 
Doch sind Werke dieser Art, wo das Erz wesentlich den Formen 
der Marmordekoration folgen muß, bei aller Zierlichkeit nicht das Ent¬ 
scheidende. 
§ 148 
Pforten und Gitter 
Dem Erz ursprünglich eigen sind feierliche Pforten und Gitter. In be¬ 
treff der erstem folgt die Renaissance nur einem Brauch, welchen das 
ganze Mittelalter festgehalten hatte. 
An den beiden berühmten Pforten Ghibertis (S. Giovanni in Florenz) 
herrscht durchaus, was die Türflügel betrifft, die Skulptur. Dagegen 
sind die Außenseiten der Pfosten und der Oberschwellen an denselben, 
sowie auch an der dritten Pforte (mit den Flügeln von Andrea Pisano, 
die er ebenfalls durch neue ersetzen sollte) hochwichtig als vielleicht 
frühste Beispiele der mehr naturalistischen Arabeske, des Laubge¬ 
windes (§ 134). Und zwar ist es hier speziell eine verklärte Darstellung 
der bei Kirchenfesten um die Pforten gelegten, unten in Gefäßen ste¬ 
henden Stangen, an welche Laub, Blumen und Früchte angebunden 
werden. An der dritten Tür geht der Naturalismus schon beinahe über 
die erlaubten Grenzen. 
Die Türflügel von S. Peter, gegossen 1439-1447 von Filarete und 
Donatellos Bruder Simone, sind in ihren dekorativen Bestandteilen 
noch ziemlich unfrei. - Donatellos kleine Türflügel in der Sakristei 
von S. Lorenzo in Florenz sind nur durch ihre höchst lebendigen 
Heiligenfiguren bedeutend. 
Auch an den ehernen Türen des Jacopo Sansovino im Chor von 
S. Marco zu Venedig und des Guglielmo Monaco am Triumphbogen 
des Alfons in Castello nuovo zu Neapel herrscht durchaus das Relief 
über die Dekoration vor. - Anfang des Barockstils an den Pforten 
des Domes zu Pisa, von Gio. da Bologna. - Älter, aber nicht bedeu¬ 
tend, die ehernen Türen der Krypta des Domes von Neapel.
	        

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