Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Nicht mehr vorhanden: der als zierliches Werk gerühmte Marmor¬ 
brunnen des Antonio Rossellino im zweiten Hof des Pal. Medici, mit 
Putten (offenbar in Freiskulptur), welche Delphinen den Rachen zum 
Speien aufsperrten (Vasari IX, p. 217, v. di Ant. Rossellino). 
Ebenfalls florentinisch und von bester Arbeit: im Southkensington- 
Museum die köstliche Terrakottagruppe zweier Putten mit einem Del¬ 
phin, Modell für einen Brunnenschmuck. 
Von Lorenzo magnifico bei Verrocchio für einen Brunnen in Careggi 
bestellt und erst später nach Florenz in den Hof des Signorenpalastes 
gesetzt: der springende Putte mit dem speienden Delphin, in Erz (Va- 
sari V,p. 144, v. di Verrocchio). 
Florentinische Brunnenkunst in der Ferne: Giuliano da Majano (laut 
nicht mehr sehr deutlicher Aussage bei Vasari IV, p. 346) baut in Nea¬ 
pel das königliche Lusthaus Poggio reale »mit den schönen Brunnen und 
Leitungen, welche sich im Hofe befinden. Und für die Stadt und die 
Häuser der Edelleute und für die Plätze lieferte er Zeichnungen zu 
vielen Brunnen, mit schönen und originellen (capricciose) Erfindungen«. 
Auf Bestellung des Königs Matthias von Ungarn (f 1490) ein Brun¬ 
nen in Florenz gearbeitet; laut Poliziano: 
Tusca manus, Tuscum marmor, Rex Ungarns auctor, 
Aureus hoc Ister surgere fonte velit. 
Zu Ferrara im Palastgarten des Herzogs Ercole I. ein Brunnen (von 
florentinischer Arbeit ?), oben eine Hydra mit sieben, reichliches Was¬ 
ser spendenden Köpfen, unten eine reich skulpierte Marmorschale. - 
Auf der Piazza daselbst ein Marmorbrunnen, dessen Leitung wenig¬ 
stens vielen Aufwand und Änderungen nötig machte (1481-1492). 
Relativer Stillstand im ganzen mediceischen Bauwesen seit der ersten 
Vertreibung des Hauses 1494 bis auf die gesicherte Regierungszeit des 
1537 emporgekommenen Herzogs Cosimo I. Doch arbeitete noch 1515 
Giov. Francesco Rustici als Brunnenfigur wiederum für einen Hof des 
Palazzo Medici einen kleinen ehernen Merkur, welcher dem späteren, 
berühmten des Giov. Bologna sehr ähnlich gewesen sein mag, schwe¬ 
bend über einer Kugel; die Wasserleitung, welche durch die Figur auf¬ 
wärts ging, brachte dann, sei es diese selbst, sei es nur ein Werkzeug in 
ihrer Hand zu einer drehenden Bewegung. (Worüber unklar Vasari 
XII, p. 3, v. di Rustici. Vermutlich war auch die pag. 8 erwähnte eherne 
»Grazie«, welche sich die Brust drückte, eine Brunnenfigur.) 
In Rom beginnt der tatsächliche größere Wasseraufwand mit Six¬ 
tus IV. (1472-1484) durch spätere Speisung und Reinigung der antiken 
Aqua Virgo, nachdem schon Nikolaus V. (durch die Florentiner L. B. 
Alberti und Bernardo ?) damit einen Anfang gemacht und auf Piazza 
di Trevi einen Marmorbrunnen mit dem mäßigen Schmuck eines 
päpstlichen und eines Stadtwappens errichtet hatte. 
Vor St. Peter entstand spätestens unter Innozenz VIII. ein großer 
springender Brunnen von zwei Schalen, mit Bildwerk (lapidibus mar¬
	        

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