Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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so umgab); XIII, p. i z, opere di Primaticcio, in betreff der Einrahmun¬ 
gen des Pellegrino Tibaldi. 
Das erste, ganz kolossale Altarungetüm, und zwar als Idee Pius V. 
1567, Vasari I, p. 50, in seinem eigenen Leben. Pius bestellte bei ihm 
für das Kloster seines Heimatsortes Bosco »nicht ein Bild wie gewöhn¬ 
lich, sondern eine gewaltige machina in der Art eines Triumphbogens, 
mit zwei großen Bildern auf der vordem und auf der Rückseite und 
mit etwa 30 figurenreichen Historien in kleinern Abteilungen«. Bald 
folgen dann die riesigen Jesuitenaltäre mit mehrern Bildern überein¬ 
ander. 
Freigruppen auf Altären, ohne alle weitere Einfassung: Vasari X, 
p. 330 bis 339, v. di Bandinelli, dessen Gruppen im Dom, in S. Croce 
und in der Annunziata zu Florenz. Die Gruppen Andrea Sansovinos 
(in S. Agostino zu Rom) und Michelangelos (in S. Peter) haben ihre 
ursprüngliche Umgebung nicht mehr. 
Die Mensa des Altares ist in der guten Zeit entweder einfach ver¬ 
ziert oder wesentlich der Skulptur überlassen; Bronzewerke Dona¬ 
tellos im Santo zu Padua, Ghibertis Area des hl. Zenobius im Dom 
zu Florenz als Altartisch; marmorne Mensa in S. Gregorio zu Rom, 
alles mit erzählenden Reliefs. 
§ 146 
Lettner, Kanzeln, Weihbecken, Kamine usw. 
Außer Gräbern und Altären wurden Altarschranken, Lettner, Pulte, 
Kanzeln, Sakristeibrunnen, Weihbecken und in weltlichen Gebäuden 
die Kamine von der dekorativen Kunst womöglich in weißem Marmor 
behandelt. In manchen dieser Werke scheint die schönste denkbare Dar¬ 
stellung der Aufgabe erreicht. 
Der herrliche Gesanglettner der sixtinischen Kapelle im Vatikan; - 
mehrere Kapellenschranken in S. Petronio zu Bologna; - (der reich 
und kleinlich inkrustierte Lettner in S. Lorenzo zu Florenz kann kaum 
von Brunellesco sein); - die eine Steinbank der Loggia de’ Nobili zu 
Siena, § 135. 
Die Kanzeln, jetzt in der Regel nicht mehr auf mehrern Säulen 
ruhend, sondern auf Einer Stütze, oder hängend an einem Pfeiler oder 
an einer Wand der Kirche, werden bisweilen zu einer Prachterschei¬ 
nung höchsten Ranges. Einfach und schön Brunellescos Lesekanzel im 
Refektorium der Badia bei Fiesoie; - das Höchste die Kanzel in S. Croce 
zu Florenz, von Benedetto da Majano, mit den berühmten Reliefs 
(§ 135); beträchtlich geringer diejenige in S. M. novella, von Maestro 
Lazzero; - noch recht schön diejenige im Dom zu Lucca, von Matteo 
Civitali 1498. - (Donatellos eherne Kanzeln in S. Lorenzo sind wesent¬ 
lich um der Reliefs willen da.)
	        

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