Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Gartenmauern zwischen dem Grün eine große, und wie man wohl bald 
gefühlt haben wird, elegische Wirkung; auch an den Gartenfronten der 
Villengebäude wurden römische Reliefs oft in Menge angebracht. Sodann 
gewann man den baulichen Ruinen nicht nur ihre poetische Schönheit ab, 
sondern ahmte sie in Gärten nach. Ohne Zweifel gaben hiezu römische 
Gärten den Anlaß, welche in echten Ruinen angelegt waren. 
Poggio im Dialog de nobilitate, den er vor 1440 verlegt (Poggii opera 
ed. Argentin.fol. 25) läßt sich noch damit ausspotten, daß er sein Gärt- 
lein (zu Terranuova bei Florenz) mit kleinen und fragmentarischen 
Marmorresten ausgeschmückt habe, um durch die Neuheit der Sache 
einigen Ruhm bei der Nachwelt zu gewinnen. - Der kleine, mit An¬ 
tiken damals ganz angefüllte Garten des Pal. Medici (Riccardi), die 
Stätte der Studien des Michelangelo, Vasari VII,/). 203, v. di Torrigiano. 
Anwendung im Großen: an der Gartenseite des Pal. della Valle zu 
Rom, eine ganze Fassade voller Reliefs und bunt zusammengesetzter 
Skulpturfragmente, auch Statuen in Nischen, Vasari VIII,/). 2x3, v. di 
Loren^etto, zur Zeit Raffaels. - Ebendamals in Rom das giardinetto des 
Erzbischofs von Zypern »mit schönen Statuen und anderen Alter¬ 
tümern«, darunter ein Bacchus, Vasari X, p. 145, v. di Perino, welcher 
an den Wänden bacchische Szenen malte; vgl. § 128. - Guilio Romano 
brachte seine Antiken lieber im Hause selber an, Vasari X,/>. 109, v. di 
Giulio. 
Statuen wurden auch in besondern Lauben aufgestellt, welchen man 
die Form von Tempeln usw. gab. Als glücklicher Erfinder der für das 
emporwachsende Grün besonders geeigneten Holzgerüste war gegen 
1550 Girolamo da Carpi berühmt, der den quirinalischen Garten des 
Kardinals von Este (zugleich Gründers der Villa d’Este zu Tivoli) da¬ 
mit versah. Vasari XI,/>. 238, v. di Garofalo. 
Über die Ruinensentimentalilät vgl. Bd. »Kultur der Renaissance« 
dieser Ausg., S. 126. Die erste ideale Ruinenansicht mit Beschreibung 
bei Polifilo, im Auszug aber ohne das Bild bei Temanza p. 12; Trümmer 
mächtiger Gewölbe und Kolonnaden, durchwachsen von alten Plata¬ 
nen, Lorbeern und Zypressen nebst wildem Buschwerk. Vgl. die Pa¬ 
lastruinen in den Bildern des 15. Jahrhunderts von der Anbetung des 
Christuskindes. - Bloße Landschaften mit Ruinen, Vasari XI,/). 31, v. 
di Gio. da Udine. 
Die erste bedeutende künstliche Ruine im Park (barchetto) bei der 
Residenz zu Pesaro: ein Haus, welches eine Ruine sehr schön vorstellte, 
darin eine treffliche Wendeltreppe ähnlich der vatikanischen (des Bra- 
mante); Vasari XI,/>. 90, v. di Genga (um 1528?). 
Der Ausdruck schwankt bisweilen zwischen dem Ruinenhaften, dem 
Grottenhaften und der anderweitig längst ausgebildeten Rustica. 
Ein Bild dieser Konfusion in dem Briefe des Annibale Caro 1538 
Lettere pittoriche V, 91, wo wahrscheinlich von den farnesischen Gär-
	        

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