Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Nach 1481, für Alfonso, Kronprinzen von Neapel, baute Giuliano 
da Majano das einfach schöne Poggio reale, Vasari IV, p. $,v. di Giul. 
da Majano, und p. 12, Com ment., welches besonders auch durch die 
Vexierwasser im Hof berühmt war; jetzt von der Erde verschwunden 
und nur noch durch die flüchtige Abbildung bei Serlio, L,. III, p. 121, 
bekannt, wo Durchschnitt und Grundriß nicht ganz stimmen und die 
Außenhallen hinzugedichtet sind. Das Gebäude bestand bloß aus zwei 
Stockwerken von Hallen um einen quadratischen Hof und aus 24 klei¬ 
nen Zimmern, welche an den Ecken, je 3 oben und 3 unten, angebracht 
waren; ein sehr durchsichtiges, auf Schatten und Zugluft berechnetes 
Ganzes. 
Von Villen nichtflorentinischer Baumeister des 15. und beginnenden 
16. Jahrhunderts ist das meiste untergegangen oder schwer entstellt. 
Die Magliana bei Rom, schon unter Sixtus IV. vorhanden, von Inno- 
cenz VIII. umgebaut und ausgeschmückt, Infessura, bei Eccard, scrip¬ 
tores II, Col. 1948, 2007, 2010. Es war das gewöhnliche Ziel der Land¬ 
partien des Innocenz. - Der¬ 
selbe ließ Belvedere am Va¬ 
tikan als einen Erholungsort 
mit Aufwand von 60000 Du¬ 
katen bauen (ib. Col. 2007), 
wovon noch der kleine acht¬ 
eckige Hof und die jetzt so¬ 
genannte Galeria delle Statue 
(ehemals eine gegen die 
Landschaft offene Halle) 
stark verändert vorhanden 
sind. Nach Platner wäre der 
Hof erst unter Julius II. 
durch Bramante erbaut; 
seine letzte Veränderung un¬ 
ter Clemens XIV. 
In Ferrara scheint schon Herzog Borso (1450-1471) mehrere kleine 
Landhäuser gebaut zu haben, deren Abbildung in den Fresken des Pal. 
Schifanoja zu erkennen sein dürfte. Alfonso I. (1505-1534) baute auf 
einer Insel des Po Belvedere mit dichtschattigem Park und Gehegen 
fremder Tiere, und auf der andern Seite der Stadt, an die mit mäch¬ 
tigen Bäumen besetzten Wälle gelehnt, Montana mit Malereien und 
springenden Wassern, beides mediocria aedificia, die bei jedem Krieg auf¬ 
geopfert werden konnten. 
Wieviel von dem Palazzino della Viola in Bologna (erbaut von Gio¬ 
vanni II. Bentivoglio vor 1506, später von Innocenzo da Imola mit 
mythologischen Fresken geschmückt) noch erhalten, ist mir nicht be¬ 
kannt. Vgl. (Bianconi) Guida di Bologna, p. 16.
	        

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