Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Übersicht des Klosterbaues 
Die Renaissance bekam in Italien wieder größere und prächtigere 
Klöster zu bauen als die nordischen des 15. Jahrhunderts sind. Die treff¬ 
liche rationelle Anlage und die Schönheit und Vielgestaltigkeit ihres 
Hallenbaues geben denselben eine hohe Bedeutung. Einzelne Haupträume 
des Innern erreichten hie und da eine Ausbildung, welche schon damals 
als klassisch galt. 
Die damalige Zerrüttung des Benediktinerordens im Norden ist be¬ 
kannt. - Für Italien kommen außer den großen Kartausen, Camal- 
dulenser- und Cassinenserklöstern wahrscheinlich auch in künstleri¬ 
scher Beziehung Vallombrosa und Alla Vernia in Betracht, die dem 
Verfasser nicht bekannt sind. 
Der Hallenbau, auf Säulen oder Pfeilern, schafft aus dem Kontrast 
der Stockwerke - mag das Obergeschoß eine Mauer mit Fenstern oder 
wieder eine Halle sein -, aus dem Längen- und Breitenverhältnis zur 
Höhe, aus den dichten oder weiten Intervallen, aus der Behandlung 
der Bogen, Simse und Füllungsmedaillons mit beständig neuer Begei¬ 
sterung ein edles und zierliches Werk nach dem andern. - Viele ein¬ 
zelne Klosterhöfe aufgezählt in des Verfassers Cicerone a. m. O. 
Besondere Motive: § 35 (Giul. Sangallo), § 46 (Certosa von Pavia). 
Für ländliche Chorherrnresidenzen war Brunellescos Badia bei Fiesoie 
ein unübertreffliches Muster; für Dominikanerklöster dasjenige von 
S. Marco zu Florenz, 1437 bis 1443 erbaut von Michelozzo; Vasari III, 
p. 277, 279, Nota, v. di Michelo^pp. (Die Lobsprüche sind relativ, als 
von einem Mendikantenkloster zu verstehen, denn die höhernOrden 
bauten viel prächtiger.) 
Unter Brunellescos Säulenhöfen der schönste: der zweite in S. Croce. 
- In Rom bei S. M. degli Angeli (Kartause) der einfache Hundert¬ 
säulenhof Michelangelos. 
Von Pfeilerhöfen sind unübertrefflich schön und dabei sehr einfach: 
das Atrium von S. Maria presso S. Celso in Mailand (§ 46), vielleicht 
von Dolcebuono; - ferner der Hof des Bramante im Chorherrnstift 
bei S. M. della Pace zu Rom; zwischen die viel niedrigem Pfeiler des 
Obergeschosses kommt je eine Säule, also über die Mitte des untern 
Bogens (wie in einigen bolognesischen Palästen, § 46). Pedanten ver¬ 
urteilten das reizende Motiv, und Serlio, L. IV, fol. 176, bringt es nur 
mit schüchternen Entschuldigungen wieder vor. An seinen früheren 
Säulenhöfen, wenigstens an zweien bei S. Ambrogio zu Mailand, hatte 
Bramante dem obern, geschlossenen Stockwerk eine Pilasterordnung 
gegeben, wo ebenfalls zwei Intervalle auf eines der untern Säulenhalle 
kommen. 
Schöne Hofzisternen: der Pozzo von S. Pietro in Vincoli zu Rom; 
ehemals auch der des Jesuatenklosters bei Florenz.
	        

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