Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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einfachung der Zentralpläne des Bramante und Peruzzi; die Fassade 
mit prachtvoller freier Säulenstellung würde sich der Kuppel völlig 
untergeordnet haben. (Abgebildet, so wie sie werden sollte, u. a. auf 
den Kupferstichen des Jubiläums von 1600.) Die äußere Bekleidung 
der ganzen übrigen Kirche nicht durchaus glücklich, übrigens jetzt auch 
Fig. 31 S. Peter. Michelangelos Grundriß 
dadurch beeinträchtigt, daß die so wesentlich dazu gehörende abschlie¬ 
ßende Balustrade nur an wenigen Stellen ausgeführt ist. Über diesem 
Allem ragt die in ihrer nunmehrigen Gestalt dem Meister allein ge¬ 
hörende Kuppel. Die welthistorische Stellung Michelangelos beruht 
auf den verschiedensten Tätigkeiten, sein Größtes aber ist doch wohl, 
daß er die Sehnsucht der ganzen Renaissance erfüllte durch den Bau 
dieser vollendet herrlichen Riesenkuppel mit dem lichtströmenden 
Zylinder. 
So war durch den Genius und die Willenskraft der größten Meister 
die Kirche als Zentralbau nahezu vollendet und wirkte als solcher 
vierzig Jahre lang auf das Abendland. Erst Paul V. ließ seit 1606 das 
jetzige unglückliche Langhaus davor bauen.
	        

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