Full text : Schrifttum über das Industriegebiet an der Saar und seiner Umgebung

nach  Homburg  im  Jahre  1929/30,  die  zunächst  zur  Versorgung  des  Eisenwerks
  Homburg  dienen  sollte  und  rund  7,2  Millionen  Franken  kostete.  Durch
Gaslieferverträge  mit  der  Stadt  Homburg  und  den  dort  gelegenen  Industrien,
ferner  mit  der  Stadt  St.  Ingbert  gellang  es,  die  Ferngasgesellschaft  lebensfähig
  zu  erhalten.
Im  Jahre  1929/30  wurde  durch  die  Ruhrgas-AG.  und  die  hessische  Kommunale
  Gasfernversorgung  „Hekogg"*  die  Gaisbelieferung  des  ganzen  Landes
Hessen  von  der  Ruhr  ins  Auge  gefaßt.  Nach  Gründung  der  Femgasgasellschaft
  „Saar“  wurde  mit  der  Ruhrgas-AG.  eine  Verbindung  gesucht.  Die
Rheinpfalz  wurde  als  alleiniges  Versorgungsgebiet  der  Saar  ziugesprochen.
Bereits  im  Jahre  1932  wurden  Verhandlungen  mit  der  Pfalz  angeknüpft,  wo
sich  nach  dem  Vorbild  der  Hekoga  dlie  pfälzischen  Gaswerke  unter  dem
Namen  „Pfälzische  .Gas-Aktiengesellschaft"  zusammenges-chlo&sen  hatten.  Im
Jahre  1934  wurden  mit  Hilfe  der  Reichsbehörden  alle  hemmenden  Verträge
verschiedener  Städte  usw.  beseitigt  und  ein  Liefervertrag  mit  der  Pfälzischen
Gas-AktiiengeselIschaft  nbgeschlo.ssen.
....  Der  Gasabsatz  in  der  Pfalz,  einschl.  Kaiserslautern,  dürfte  zur  Zeit  rund
30  Millionen  cbm  betragen.
_(Der  Betriebsdruck  der  Ferngasleitungen  beträgt  14  Atü.  Hierzu  dienen
vier  Kompressoren  mit  3000  bzw.  4500  cbm  Stundenleistung  in  Altenwald  und
Neunkirchen.  Der  hohe  Betriebsdruck  gestattet,  große  Gasmengen  im  Leitungsnetz
  zu  speichern,  so  daß  an  den  Verbrauchsstellen  eine  Vergrößerung
vorhandener  Gasometerräiume  überflüssig  wurde.
Die  Ausdehnung  in  westlicher  Richtung  nach  Trier,  ferner  die  Versorgung
hessischer  Industrien  ist  geplant.
Auf  Grund  des  Ruhrvertrages  ist  Süddeut'schland  als  gemeinsam  au  belieferndes
  Gebiet  für  Ruhr  und  Saar  vorgesehen.  Der  Absatz  dürfte  rund
360  Mill.  cbm  im  Jahre  betragen.  Die  dort  liegenden  großen  Gasiwerke  Frankfurt,
  Mainz,  Mannheim  und  Stuttgart  sollen  als  Stützpunkte  für  die  Gasversorgung
  ausgebaut  werden.  Zur  Anlieferung  des  Ferngases  von  der  .Ruhr
ist  eine  Leitung  von  Siegen  bis  Mannheim  geplant.  Von  hier  ab  führt  eine
gemeinsame  Leitung  nach  dem  Süden.  Zur  Erhöhung  der  Sicherheit  sollen  im
Laufe  der  Zeit  noch  Parallielleitungen  in  Nord-.Süd-  und  Ost-West-Richtung
ausgeführt  werden.  Der  Ausbau  dieses  großen  Planes  kann  mit  30  bis  35
Millionen  Mark  Kosten  veranschlagt  werden.  Unter  Beibehaltung  der  Eigenerzeugung
  der  genannten  Gaswerke  dürften  240  Mill.  cbm  Gas  abzusetzen,
■sein,  von  denen  die  Saar  rund  110  Mill.  cbm  zu  liefern  hätte.  Es  ist  selbstverständlich,
  daß  mit  der  weiteren  Erschließung  industrieller  Werke  ein
wesentlich  höherer  Gasabsatz  möglich  sein  wird.
Man  kann  rechnen,  daß  an  der  Saar  rd.  80  Mill,  cbm,  in  der  Pfalz  70  Mill.  cbm
und  in  Süddeutschland  100  Mill.  cbm,  .also  insgesamt  250  Midi,  cbm  saarländisches
  Gas  abzusetzen  sind.
Selbst  bei  Verdoppelung  dieser  Mengen  dürften  die  saarländischen  Kokereien
bei  Umstellung  auf  Schwachgasbeheizung  ohne  weiteres  in  der  Lage  sein,
diesen  Bedarf  zu  decken.  4
Württemberg  wird  an  die  Ferngasgesellschaft  Saar  angeschlossen.  I
Ausbau  der  Ferngasversorgung  in  Süddeutschland.  NSZ-Rheinfront.
2. 11.  1937.
Bei  den  Verhandlungen  hat  Württemberg  eine  Abnahmeverpflichtung  von
40  Millionen  cbm  zugestanden,  wovon  Stuttgart  30  Millionen  cbm  zu  übernehmen
  bereit  ist.  Die  Ferngasgesellschaft  Saar  will  die  Verpflichtung  übernehmen,
  sich  nicht  in  die  Verteilung  und  den  Verkauf  einzuschalten.  Es  soll
der  gleiche^  Gaspreis  wie  für  die  Saar  und  Pfalz  angestrebt  werden.  Die  Saargesellschaft
  würde  auf  ihre  Kosten  eine  Fernleitung  über  Hirschhorn—Heilbronn—Bietigheim
  nach  Stuttgart  bauen.

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