Full text: Die Firma Villeroy & Boch Mettlach

verschiedenen Lohnhöhe beträchtlich höher. Im Jahre 1848 
wurden, offenbar unter dem Einfluss revolutionärer Gedanken- 
gange, auf Wunsch der Arbeiter beide Kassen aufgelöst und 
das Vermögen verteilt und vergeudet. Alsbald aber machte sich 
der Mangel der früher genossenen Unterstützungen in Unglücks¬ 
fällen empfindlich fühlbar, und 30 wurden die beiden Kassen, 
entgegen den Wünschen und Bestrebungen der Direktion wieder 
beruf3ständisch getrennt, von neuem in’s Leben gerufen/7 
Auch die Statuten der Mettlacher Bruderschaft wurden 
bis zu den fünfziger Jahren zweimal, 1831 und 1846, abgeän- 
ij , 
dert. Eine entscheidende Aenderung wurde jedoch erst 1863 
vorgenommen, nachdem im Laufe der fünfziger Jahre das gewerb¬ 
liche Unterstützungswesen auf gesetzlichem Wege geregelt 
worden war. Das Gesetz vom 3. April 1854, betr. die gewerb¬ 
lichen Unterstützungskassen in Preussen, "ermächtigte nicht 
allein die Gemeinden, die Bildung derartiger Kassen und Ein¬ 
richtungen durch ortsstatutarische Vorschriften zu erzwingen 
(§ 1), sondern auch die Bezirksregierungon, für diejenigen 
Gemeinden, in welchen trotz des obwaltenden Bedürfnisses ein 
entsprechendes Statut nicht zustande kam, die auf die Bil¬ 
dung und Regelung der gewerblichen Hülfskassen bezüglichen 
Bestimmungen im reglementarischen Woge zu erlassen.(§ 3)"f 
Das Wichtige an diesem Gesetz für die Mettlacher Bruderschaft 
war, dass es den gewerblichen Organisationszwang und zwar 
den ganz generellen Zwang, einführte. Auf Grund dieses Ge¬ 
setzes wurde 1856 seitens der Regierung der Mettlacher Bru¬ 
derschaft der Vorschlag gemacht, eine Aenderung ihrer Statu¬ 
ten selbst zu beantragen. Die Regierung fordorte daboi ins¬ 
besondere eine Ausdehnung der Organisation auf alle Arbeiter 
der Mettlacher Fabrik. Allein der konservative Standesgeist 
jJ .¿Cs- .
	        

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