Full text : Flurnamen von Schiffweiler

Die  Teufelsleiter

Es  war  in  der  ersten  Zeit,  als  die  Menschen  unserer  Heimat
  die  Kohlen  entdeckt  hatten  und  ihren  Wert  zu  schätzen  begannen.
  Im  Kohlwald  waren  die  Männer  bei  Tag  und  Nacht  bienenfleissig.
  Sie  trieben  lange  schmale  Stollen  tief  in  die
Erde,  schlugen  die  Kohlen  los,  schaufelten  sie  in  die  zweirädrigen
  Karren  und  fuhren  sie  an  Tag.  Das  war  ein  wirres  Geräusch
  vonpochenden  Hammen,  berstendem  Gestein,  schürfenden
Schippen  und  rollenden  Karren.  Dahinein  klangen  Menschenrufe
und  Schreie  und  zuweilen  das  Wiehern  eines  schwer  schnaufenden
  Pferdes.  Unter  der  Erde  begannen  die  Menschen  das
Reich  der  schwarzen  Diamanten  zu  erobern.  Die  aber  die  Unter
weit  bislang  allein  beherrscht,  horchten  auf  und  wurden  unru
hig.  Meister  Luzifer  und  seine  schwarzen  Gesellen  hockten  an
den  glühenden  Wänden  ihres  brennenden  Reiches  und  lauschten
auf  das  Pochen  und  Klopfen,  das  Krachen  und  Kreischen  über
ihren  höllischen  Gemächern.  Beizebub  wähnte  sein  Reich  in
Gefahr  und  schickte  seine  jungen  Gesellen  auf  Kundschaft  aus.
Die  fuhren  bei  Nacht  über  die  Erde,  durchstreiften  die  dunklen
  Wälder,  fanden  dort  wohl  schwarze  Männer  mit  weissen
glotzenden  Augen,  die  sie  für  ihresgleichen  hielten,  aber
sie  fanden  nicht  die  Feinde  der  Unterwelt,  Luzifer  schäumend
vor  Wut  und  Verzweifelung  brannte  ihnen  das  glühende  Eisen
noch  tiefer  ins  Fleisch,  wenn  sie  ohne  Kunde  kamen.
Dann  aber  machte  sich  der  Meister,  der  geriebenste  und  verwegenste
  aller  Teufel  selbst  auf  den  Weg.  Er  liess  die  wildesten
  Böcke  an  den  Höllenwagen  spannen  und  fuhr  mit  Feuer  und
Schwefel  über  Tag.  Im  schwarzen  Heller  kam  das  feurige  Gefährt
  auf  die  Erde,  und  in  brausender  Fahrt  flog  Satan  über
die  Lufthöh  und  den  Solch,  liess  den  heiligen  Wald  rechts  lie
gen,  fuhr  in  grossem  Bogen  über  die  alte  Römerstrasse

nach
            
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