mann nahm den Hut von dem heissen Kopf, wurde bald rot und
bald weiss im Gesicht, dachte an Schatzgräber, Lichter und
ruhlose Nonnen und begann keuchend zu laufen.
Am andern Morgen standen die Frauen im Dorf auf den Strassen
steckten die Köpfe zusammen und hatten sich viel zu erzählen^
denn der Glasmacher Philipp Bormann war in der Nacht an ei- ’
nem heftigen Schüttelfieber gestorben, "Die Glasmachers hat
mir erzählt, ihr Mann habe die ganze Nacht im Fieber von einem
grossen Hund und einem leuchtenden Feuer in der Mühlbach
geredet, von einem schwarzen Hund in der Mühlbach", die Amrei
tat ganz wichtig mit dem Kopf.Katches Kat aber, deren Va
ter 93 Jahre alt geworden war, erzählte, vor Jahren sei dem
Spinnweber Franz in der Mühlbach an der grossen Steinrausche
eine Nonne mit einem Schlüssel und einem schwarzen Hund begegnet,
Ja, und mein Schwiegervater erzählt", so liess sich
die schwarze Bärwel jetzt hören, "in der Bittwoche zögen die
n
Nonnen jede Nacht in einem langen Zuge mit brenneden Lichter
durchs Tal und beteten lateinische Sprüche” "Ich will euch
einmal sagen, was sich früher, als ich noch Kind war, die
Alten an langen Winterabenden in unserem Hause erzählten?
Die Kat räusperte sich und fuhr mit heiserer Stimme fort:
"Der Frisch Kurt aus Landsweiler hatte in der Mühlbach eine
Wiese, und, weil die Leute zuweilen mitternächtlich ein
wanderndes Licht darauf sahen, nahm er Hacke und Schaufel >
zur Hand und wollte nach Schätzen von Gold und Silber graben
Aber er grub vergebens. Da fragte ihn ein wandernder Spielmann
nach seinem Beginnen, Als er es ihm mit geheimhisvoller
Gebärden erklärt hatte, meinte jener, er solle doch ihm ein
mal Hacke und Schaufel überlassen; er sei ein Sonntagskind
und werde den Schatz schon finden. Weil der Spielmann aber
ein gar komischer Geselle war, der wie die Raben zu krächzer
wie der Kautz zu locken und wie die Amsel zu schlagen ver-