Full text : Flurnamen von Schiffweiler

Dort  hielten  sie  sich  verborgen.  Am  zweiten  Abend  noch  ihrer
Flucht  sahen  sie  über  dem  verlassenen  Dorf  roten  Feuerschein
gegen  Himmel  steigen.  Was  das  bedeutete  wussten  sie;  aber  sie
trösteten  sich  damit,  dass  die  Mordbrenner  sie  hier  nict  finden
  würden.  Am  nächsten  Morgen  meldete  der  Wächter  vom  Baum,
dass  durch  die  Eisenhumes  die  wilden  Horden  herankämen.  An  ih
rer  Spitze  sei  ein  Mann,  der  an  einem  Krückstock  gehe  und  einen
  krummen  Rücken  habe.  Diesen  erkannten  die  Männer  gar  bald
als  den  alten  Scherenschleifer,  der  sich  am  Tage  ihrer  Flucht
im  Dorf  herumgetrieben  hatte.Die  Männer  stellten  sich  also  am
Waldrand  auf  und  warteten.  Es  dauerte  nicht  allzulange,  da  zog
die  Bande  heran.  Es  mochten  etwa  40  verwegene  Gesellen  sein;
die  im  Wald  zählten  nur  17.Der  Scherenschleifer  trat  vor  und
rief  den  Männern  zu,  es  sollte  einer  herbeikommen,  sie  wollter
verhandeln."Ja,  komm  nur",  rief  der  lange  Hansjörg  und  trat
aus  dem  Wald.  Als  aber  der  Krumme  herankam,  fasste  er  ihn  um
den  Leib,  warf  ihn  hoch  in  die  Luft  und  liess  ihn  mit  dem
Kopf  so  hart  gegen  einen  Stamm  schla  gen,  dass  er  tot  liegen
blieb."Verräter,  verfluchter",  knirschte  der  Hansjörg  noch  unc
trat  in  den  Wald.  Die  Mordbrenner  aber,  die  dies  alles  mit  an
sehen  mussten,  sahen  sich  vor,  liessen  den  Wald  links  liegen
und  zogen  Ottweiler  zu.  Die  Männer  aber  begruben  den  Toten  un
ter  einem  Eschenbaum.  Bei  Nacht  geht  er  dort  um;  wenn  aber  je
mand  auf  das  Grab  tritt,  dann  beginnt  er  um  Hilfe  und  Verzeihung
  zu  schreien.
            
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