Full text : Flurnamen von Schiffweiler

Höllengarten  nicht,  denn  er  liegt  in  unmittelbarer  Nähe  der
Kirche*  Mitten  durch  das  Gelände  aber  zieht  sich  eine  grabenartige
  Bodensenke,  die  früher  einmal  tiefer  gewesen  sein  mag.
Wahrscheinlich  wurde  die  Flur  wegen  ihrer  Lage  an  dieser
Schlucht  Höllengarten  genannt.
Schwieriger  gestaltet  sich  schon  eine  Erklärung  der
Flurnamen  "Hohlgärten"  und  "auf  der  Hohl"  (lL  u,  lm).  Beide
Fluren  liegen  an  einem  teilweise  steilen  Osthang.  Eine  Bodensenkung
  oder  einen  Hohlweg  kann  man  in  dem  Gelände  nicht  fest
stellen.  Ich  nehme  daher  an,  dass  die  Silbe  Hohl  auch  Hang
oder  Steigung  bedeutet.  Zu  dieser  Annahme  bin  ich  verleitet
worden  durch  die  Feststellung,  dsss  alle  Hohlstrassen  (fast
in  jedem  Ort  eine)  einen  Berg  hinauf  führen.
In  diesem  Zusammenhang  möchte  ich  auch  den  Flurnamen
Höhwiesen  (lOm)  erwähnen.  Für  diese  Flur  liegen  drei  verschie
dene  Bezeichnungen  vor.  In  dem  amtlich  Register  von  1865  ist
sie  unter  der  Bezeichnung  "Höhwiesen  (geschrieben  auch  Hehwiesen)
  eingetagen.  Auf  einer  Flurkarte  von  1767  heisst  sie
"Hebwiesen".  So  nennt  sie  auch  heute  noch  der  Schiffweiler
Bauer.  Ineinem  Kaufakt  aus  dem  Jahre  1612  ist  ein  Wiesenstück
in  der  "Herbwiese"  erwähnt.  Die  Flur  liegt  in  einem  engen  Tal
Die  amtliche  Schreibweise  Hehwies  oder  Höhwies  muss  daher
als  ein  misslungener  Versuch,  die  mundartliche  Bezeichnung  in
die  Hochsprache  zu  übertragen  ,  angesehen  werden;  denn  der
Volksmund  nennt  ein  Wiesengelände,  das  im  Tal  liegt,  nicht
Höhwiesen.  Auf  die  Hamen  Herbwiese  und  Häbwiese  möchte  ich  in
einem  folgendem  Abschnitt  zu  sprech  en  kommen.
Genannt  seien  hier  noch  die  Flurbezeichnungen  "Kirchenberg"
  (lg)  für  die  Schuletrasse,  die  zwischen  den  Fluren  "auf
der  Mauer"  und  "ober  der  Brück"  steil  zur  Kirche  aufsteigt,  ,
sowie  der  alte  Flurnamen  "Hochwiesen",  den  Zewe  aus  dem  Jahre
1765  erwähnt.  Auch  bei  letzterem  wird  durch  die  Lage  der  Wie¬
            
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