in Ordnung. Auch waren sie rechtschaffene Leute, die auf ihren
guten Ruf hielten. »Hoffen wir, daß die Nachwelt uns wenigstens
als rechtschaffene Leute schätzt, wenn sie von uns als Literaten nicht
viel hält!« sagte d'Alembert. — An uns ist es jetzt, es ihnen nach¬
zutun, uns zu bereichern und damit das Sozialkapital zu ver¬
größern.
Und dazu genügt es offenbar durchaus, sich vom Geist der Enzy¬
klopädie leiten zu lassen. So stellt die Enzyklopädie nicht bloß eine
Erinnerung, sondern auch eine Hoffnung dar, vorausgesetzt, daß
man immer bescheiden und vorsichtig bleibt, und die Enkel nicht
vertun, was die Väter mit so viel Mühe erworben haben. Manchmal
hat man den Eindruck, als hätten die Enzyklopädisten, wie übrigens
alle Väter, die ein bißchen weiter blicken, in dieser Hinsicht gewisse
Zweifel gehabt. »Die Barbarei dauert Jahrhunderte hindurch, sie
ist anscheinend unser Element; Vernunft und guter Geschmack
stellen sich nur vorübergehend ein«, schreibt d'Alembert. Und
was bietet uns Schutz gegen Jahrhunderte der Barbarei?
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