Full text: Unter den Brücken der Metaphysik

der reser : Wollen Sie etwa sagen, Ihr Theodor, das sei ich ge¬ 
wesen? 
der autor: Ich möchte nichts behaupten. 
der leser: Hören Sie zu. Ich war nicht Theodor. Ich war sein 
Wort. 
der autor: Ich verstehe nicht mehr so recht, was Sie sagen wollen. 
der leser: Ich bin das Wort dessen, der nicht existiert. 
der autor: Drücken Sie sich verständlich aus! 
der leser: Das will ich versuchen. Kürzlich habe ich nachts von 
Ihnen geträumt, erinnern Sie sich noch daran? 
der autor: Sehr gut. 
der leser: Und als Sie zu mir kamen, haben wir einander um¬ 
armt. Nun will ich nicht behaupten, Sie hätten mich 
umarmt, auch nicht, ich hätte mich, da Sie nicht da 
waren, an Ihrer statt umarmt, auch nicht.., 
der autor: Ganz klar. 
der leser: Sie haben mich durcheinandergebracht. Wo war ich 
stehen geblieben? 
der autor: Sie haben mich nicht, ich habe Sie nicht, Sie haben sich 
nicht, ich habe nicht... 
der leser: Das reicht. Ich habe den Faden wieder. Demgegenüber, 
als ich dann — Sie haben das nicht vergessen? — zu 
Ihnen sagte: »Machen Sie, daß Sie hier rauskommen!« 
da war unzweideutig ich derjenige, der das gesagt 
hat. 
der autor : Eulalie bestätigt es. 
der leser: Ich weiß das auch ohne ihre Bestätigung. Also ist nur 
das Wort wahr. Jedes Wort in meinem Traum ist 
wirklich ausgesprochen worden. 
der autor: Aber von wem? 
der leser: Von mir natürlich, denn es ist ja mein Traum. Aber 
es wird allmählich Nacht. Wir müssen uns trennen. 
121
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.