Full text: Philosophische Forschungswege

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Beispiele echt philosophischer Lehre. 
Name „Psychometrie“ sehr schlecht gewählt ist. Aber 
viel besser sind neuere Namen für das ganz und gar 
rätselhafte Phänomen auch nicht. 
Es handelt sich um folgendes: Einem sogenannten 
Medium, das sich dabei meist, aber nicht stets, im 
„Trance“-Zustand befindet, hat man irgendeinen Gegen¬ 
stand in die Hand gegeben. Es ist dann im Stande, rich¬ 
tige Aussagen über die Geschichte, die Vergangenheit 
dieses Gegenstandes zu machen und insonderheit über 
die Menschen, die einst zu ihm in Beziehung standen, 
bisweilen auch über deren Zukunft1). 
Was ist hier alles bei einem „Erklärungs“-Versuch 
methodisch zu berücksichtigen ? 
Erstens offenbar, was übrigens auch für einfachere 
parapsychische Phänomene, wie Hellsehen und Gedanken¬ 
lesen, gilt, der Umstand, daß es auf den Seefischen Zu¬ 
stand des Mediums, ob Trance- oder Wachzustand, nicht 
wesentlich ankommt, da sich hier ja verschiedene Medien 
verschieden verhalten. 
Zum zweiten gilt es offenbar sich klar zu machen, was 
man eigentlich will, d. h., was „erklären44 hier bedeuten soll. 
Sagen wir kurz, es solle heißen, das neue Geschehnis als 
neue „Spezies“ einem bekannten allgemeinen „Genus“ 
von Geschehnissen einreihen, es also als „Fall“ einer be¬ 
kannten (generischen) „Klasse“ hinstellen, oder aber, 
wenn das nicht gelingt, mit Vorsicht eine ganz neue 
Art von Ens generisch einführen. 
Was liegt vor ? Übernormales, nicht durch die Sinne 
vermitteltes Wissen; und zwar um Situationen, nicht 
wie bei Gedankenlesen oder Telepathie um fremde so¬ 
x) Man vgl. vor allem: Pagenstecher Außersinnliche Wahrneh¬ 
mung, 1924, und Psychometrie und Hellsehen, 1928 und Osty La 
connaissance supranormale.
	        

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