Full text: Philosophische Forschungswege

Kant’s Behandlung der Teleologie. 
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Und was den „Modal44 Plessner’s angeht, so ist er 
entweder ein Agens und dann dasselbe wie meine Ente- 
lechie, oder er ist ein Wort für — gegebene, hinzuneh- 
mende Materienkonstellation zur „Zeit44 des „Anfangs44 
der Welt. 
Auf das zweite kommt, wie mir scheint, die wirkliche 
Ansicht Plessner’s hinaus. Diese Lehre aber ist, wenn 
man nicht die aus anderen Gründen unmögliche1) Welt¬ 
maschine von Julius Schulz annehmen will, unmöglich. 
Wo bleibt, um das noch einmal (s. S. 32) zu sagen, der 
Unterschied zwischen dem lebendigen Organismus und 
der — Leiche ? 
Stark hylozoistisch ist, vielleicht ohne sein Wissen, 
Plessner’s ganze Darlegung gefärbt, natürlich in phäno¬ 
menologischer Sprache. Und ganz besonders tritt dieser 
hylozoistische Zug — bei dem das „Zoische44 aber weder 
im unbewußten noch im bewußten Sinne wirkt — bei 
seiner Behandlung des Leib-Seele-Problems hervor. 
Daß plötzlich im Gange des Universum Bewußtsein da ist, 
ist ihm eigentlich — selbstverständlich. Gewisse Ganz¬ 
heitssysteme sind eben so, daß sie auch ihre „Innenseite44 
im Sinne des Selbsterlebens, und nicht nur, wie alles 
Vitale, zwei „Aspekte44, die immerhin nur noch Außen¬ 
aspekte sind, haben. 
Ist denn das eine Lösung, ja auch nur der Versuch 
einer Analyse, wenn man lediglich sagt „es ist so“ ? Ge¬ 
wiß, es ist so — aber eben deshalb hatte Kartesius recht. 
Es geht eben nicht mit diesem Hylozoismus, mit dieser 
Materie, welche auch „erlebt‘4. Der Organismus ist 
aus veritabler Materie aufgebaut, ganz wie ein Stein; 
Wiegt er doch so und so viele Kilo; kann er doch stoßen, 
1) Hierzu mein Aufsatz Metaphysik der Natur im Handb. d. Phil. 
2. Lieferung, 1926. S. 82ff.
	        

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