Full text: Philosophische Forschungswege

40 Die letzten Grundlagen der Möglichkeitserwägung. 
moderne Robinson Scheler’s, den ich mir sogar auf einer 
auch von Tieren unbewohnten Insel denken will, hätte 
sich vielleicht „Gott“ ersonnen wegen seines moralischen 
Bewußtseins, wie ja manche dieses Bewußtsein auch 
heute auf „Gott“ als den Befehlenden beziehen. Das 
gebe ich zu; und hier steckt gewiß überall „ein anderes 
Subjekt“. Aber dieses Implizitsein des anderen Subjekts 
im Moralischen ist etwas ganz anderes als das, was die 
Vertreter der Kategorie Duheit meinen. 
Echte Duheit, so scheint mir, läßt sich in die Urbedeu¬ 
tungen Anderer, ganz und erlebend zerlegen und aus ihnen 
aufbauen. Gegeben ist dabei, als Ausgang alles weiteren: 
Mein Erleben, mein Leib mit seinem Gebahren als er¬ 
lebter Naturgegenstand, beide vom Typus des Ganzen, 
und die Zuordnung zwischen beiden. Das Zweite ist dann: 
da sind andere ganze Naturgegenstände, ihr Gebahren 
ist dem meines Leibes, während ich erlebe, ähnlich. Und 
dann folgt drittens: Also wird da wohl „jemand“ erleben. 
Das Wort „ähnlich“ wird dabei, z. B. vom „Primitiven“, 
sehr weitherzig und ganz und gar nicht analysiert ge¬ 
faßt: jedes Geschehen in der Natur wird von ihm in 
Analogie zu den Geschehnissen, die im Gefolge „meines“ 
Willens von meinem Leibe aus erfolgen, angesehen; eben 
deshalb die Luft-, Wind-, Meergötter und -geister. Der 
wissenschaftliche Fortschritt kann geradezu als Befrei¬ 
ung von Ich-Analogien bezeichnet werden — nur im 
Belebten bleibt hier ein Rest. 
g) Exkurs über Carnap. 
In sehr klarer Weise ist die Frage nach dem „Du“, nach 
dem „Fremdbewußtsein“, jüngst von Carnap erörtert 
worden.
	        

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