Full text: Zur Lage der Arbeiter im staatlichen Bergbau an der Saar

— 38 — 
Entwicklung des 
Wertes der Kohle 
und der Ver 
kaufspreise. 
Löhne der Ar 
beiter sind weni 
ger gestiegen wie 
die Kohlenpreise. 
derung erfolgten Substanzverlust. Man vergißt hierbei, daß die Substanz, die 
anstehende Kohle, im Saargebiet dem Staate nichts gekostet hat. Weil sie nichts 
kostete, besteht auch keine Veranlassung, sie mit einem großen nur durch mehr 
oder minder zuverlässige Schätzungen ermittelten Werte in Rechnung zu stellen 
und für diesen Wert Verzinsung und für jede Herabminderung durch die För 
derung Entschädigung zu verlangen. Man kann höchstens eine angemessene 
Verzinsung und Amortisation des wirklich in den Grubenbetrieb hineingesteckten 
Kapitals fordern und muß die darüber hinausgehenden Erträgnisse als Gewinn 
betrachten. 
Die für das im preußischen Staatsbergbau steckende Kapital ermittelte 
oder geschätzte Verzinsung von 9 1 / i Prozent muß als eine recht gute bezeichnet 
werden. Nach den stets wiederkehrenden Behauptungen der Privatgruben 
besitzer verzinst sich das im Privatbergbau steckende Kapital durchschnittlich 
nicht so hoch. 
Der staatliche Bergbau im Saarrevier muß sich ja gut rentieren, weil 
er für seine Produkte recht hohe Preise erzielen kann. In den letzten Jahrzehnten 
sind abgesehen von den Schwankungen der durchschnittliche amtlich angegebene 
Wert der Bergwerksprodukte, sowie die durchschnittlichen Verkaufserlöse pro 
Tonne Kohlen und Koks recht erheblich gestiegen. Es betrug: 
Jahr 
Wert 
der Tonne Kohlen 
ß. 
Durchschnittserlös 
pro Tonne Kohlen 
M 
Durchschnittserlös 
pro Tonne Koks 
M 
1888 
7,28 
7,23 
12,50 
1889 
8,06 
8,00 
14,74 
1890 
10,89 
10,86 
21,26 
1891 
10,54 
10,47 
16,46 
1892 
9,97 
9,93 
15,11 
1893 
9,13 
9,09 
11,59 
1894 
8,81 
8,81 
11,60 
1895 
8,88 
8,86 
12,97 
1896 
8,96 
8,96 
13,66 
1897 
9,24 
9,25 
15,19 
1898 
9,44 
9,43 
15,68 
1899 
10,09 
10,08 
16,96 
1900 
11,63 
11,63 
20,73 
1901 
12,63 
12,65 
20,36 
1902 
11,68 
11,70 
16,06 
1903 
11,34 
11,38 
15,99 
1904 
11,60 
11,63 
16,61 
1905 
11,60 
11,63 
17,13 
1906 
11,84 
11,86 
17,40 
1907 
12,49 
12,52 
19,22 
1908 
12,76 
12,79 
19,27 
1909 
12,52 
Nun hören wir schon den Einwand: Ja, eine solche Erhöhung der Kohlen 
preise war notwendig, weil die Löhne der Arbeiter so erheblich gestiegen sind. 
Die höheren Verkaufspreise kommen ganz oder doch zum größten Teile den 
Arbeitern zu Gute. — Das ist nun nicht der Fall. Die Löhne der Arbeiter sind 
entfernt nicht so gestiegen, wie die Kohlenpreise. Auch wenn man berücksichtigt, 
daß infolge der im vorhergehenden Kapitel geschilderten Umstände auf den 
Kopf der Gesamtbelegschaft eine geringere Tonnenzahl entfällt wie früher. Der 
pro Tonne Kohlen an die Gesamtbelegschaft ausgezahlte Lohnbetrag ist 
auch bei weitem nicht so erheblich gestiegen wie die Kohlenpreise. Die pro Tonne
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.