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1957 (0085)

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CC BY-NC-SA: Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1957 (0085)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0085
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-484062
Title:
1957
Volume count:
0085
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1957
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
210

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
195

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 1957 (0085)
  • Cover
  • Title page
  • Imprint
  • Kalender
  • Gemischte Beiträge
  • Inserate
  • Contents

Full text

100 
und nun weiß meine Frau nicht, wo sie das 
viele Mehl hernehmen soll für Kuchen, Plätz 
chen und Fladen, und darum habe ich gesagt, ich 
wolle ihr das Mehl verschaffen und koste es 
midi hundert Dukaten.“ 
Als der Bäcker von den hundert Dukaten hörte, 
lachte ihm das Herz im Leibe. Er grinste vergnügt 
und sagte: „Wenn es weiter nichts ist! Ich will 
dem gnädigen Herrn gerne aus der Not helfen. 
Drei Sack Mehl sind gewiß nicht zu wenig für 
hundert Dukaten!“ 
Der Reiche war zufrieden und zahlte das Geld 
auf den Ladentisch. „Ich sdiicke Eudi das Mehl 
zur Nacht, gnädiger Herr“, sagte der Bäcker, 
„Denn wisset, die Leute hierorts sind gar schlimm. 
Sie möchten mir gerne am Zeug flicken und 
passen mir auf. Wenn ich nur wüsste, wie idi 
ohne viel Aufhebens das Mehl zusdiicken könnte“. 
Da meinte der Reiche, er wüsste Rat, er wolle 
seinen Diener sdiicken. Wenn er als Lumpen 
mann käme, so würde das weiter nicht auffallen, 
der Bäcker möge auf das Mehl eine Sdiicht 
Lumpen tun. 
Der Bäcker versprach es und der Reiche ging, 
von den guten Wünschen des Bäckers begleitet. 
Kaum war er draußen, kam eine Frau, die 
drehte einen Groschen zwisdien den Fingern und 
bat um ein Pfund Mehl. 
Als der Bäcker den Grosdien sah, sagte er: 
„Das Mehl ist ausverkauft, audi nicht ein Lot 
habe ich im Hause. Kauft euer Mehl anderswo.“ 
Da bat die Frau, so möge er ihr doch für den 
Groschen ein Stück Brot geben, ihre zwei Kinder 
seien so hungrig und sie könne ihr Jammern nicht 
mehr mit anhören. 
„Audi das Brot ist alle“, sagte der Bäcker. 
„Geht Frau und kauft euer Brot, wo ihr wollt“. 
Die Frau glaubte nidit, daß das Brot ausver- 
kauft sei, und sagte: Gottes Mühlen würden zwar 
langsam mahlen, aber genau, und zu unterst im 
Sack würde sich schon alles finden, ging, und 
schlug die Türe hinter sidi zu. 
Der Bäcker hatte kaum Zeit über diese dunklen 
Worte zu grübeln, da ging wieder die Schelle. 
In den Laden trat eine hübsche Jungfer, die hatte 
ein Gesicht wie eine Pfirsischblüte so schön und 
weil ihm die saubere Jungfer mit den strahlen 
den Blauaugen und dem goldgelben Gelock über 
alle Maßen gefiel, so sagte er artig: 
„Ei Jungfer, ich meine fast, Ihr bringt mir den 
Himmel ins Haus. Der Strahlenkranz Eures gol 
denen Gelocke leuchtet mir just wie die Sonne 
in dieses elende Leben, das mir nichts bietet 
als Ärger und Sorge. Was darf idi Euch geben? 
Sind frische Brötchen gefällig? Oder Brezeln oder 
Hörnchen? Sind eben erst aus dem Ofen ge 
kommen. — Oder was darf es sonst sein?“ So 
redete der Bäcker und ließ das Mädchen gar 
nicht zu Worte kommen. 
Endlich sagte die Jungfer: „Gebt mir Mohren 
köpfe, glänzend und braun, dazu Schweinsöhrehen, 
schön gelb und knusprig, Katzenaugen aus Mar 
zipan, zwei Teufelsöhrchen und ein rotes Zucker 
herz obendrein." 
Soldie Dinge gab es aber dazumal noch nidit, 
und der Bäcker schüttelte den Kopf ob dieser 
seltsamen Bestellung, sah die Jungfer groß an 
und sagte, so albernes Zeug hätte er nidit im 
Laden. Womit er sonst dienen könne. Er wolle 
der Jungfer gerne zu Willen sein und er gäbe 
alles, ihre hohe Herrschaft zufriedenzustellen, und 
sei es sein ganzes Gebäck. 
„Gut“, sagte die Jungfer, „ich nehme Euch 
beim Wort. So gebt mir all Euer Gebäck, das 
Ihr im Laden habt. Idi zahle es gut, denn meine 
Herrschaft ist reich.“ Die Jungfer verschwieg 
aber, daß sie ins Schloß gehörte. Als der Bäcker 
vom Reichtum der Herrsdiaft vernahm, jammerte 
er über die sdilediten Zeiten und sagte, zwei 
. . . und hinter ihr schritt ein Grenadier, der nahm den 
Bäcker fest 
Grosdien müsse er mindestens für jedes Stück 
haben. 
Die Jungfer war zufrieden. Der Bäcker zog eine 
Lade auf und zählte der Jungfer sein ganzes Ge 
bäck in den Korb. Und weil das Mädchen ihn 
anlachte und ihre Augen ihm so wann ins Herz 
hineinstrahlten, da wurde es butterweidi. Er ver 
gaß das Versprechen, das er dem Roten gegeben 
hatte, nahm eine Torte, goß ein Herz aus Zucker 
darauf, reichte unter artigen Dienern die Torte 
der Jungfer und sagte, sie möchte die kleine 
Gabe gnädigst annehmen, und wenn sie die Torte 
verzehre, und sich das Zuckerherz zu Gemüte 
führe, so solle sie seiner ein wenig gedenken. 
Die Jungfer nahm das Geschenk an, knickste, 
sagte ihren Dank und ging fort.
	        

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1957. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1957. Print.
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