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1953 (0081)

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CC BY-NC-SA: Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1953 (0081)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0081
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-475803
Title:
1953
Volume count:
0081
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1953
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
193

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
167

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 1953 (0081)
  • Cover
  • Title page
  • Imprint
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Inserate
  • Contents

Full text

151 
Von CI. Schmauch 
Schon als fünfjährige Knirpse konnten der 
Wahnerpeter und ich niemand leiden sehen, 
und soweit es in unseren schwachen Kräften 
stand, bemühten wir uns, jedem Mitmenschen 
aus der Not zu helfen. Nun hatte Peter eine 
ältere Schwester namens Katchen, die sich 
manchmal herabließ, mit uns zu spielen. Sie tat 
das aber nur, wenn keine größeren Kinder in 
der Nähe waren, denn sie ging schon ein halbes 
Jahr in die Schule, und die paar Sätzlein, die 
sie in ihrer Fibel lesen konnte, waren ihr so in 
den Kopf gestiegen, daß sie meist über uns die 
Nase rümpfte. Deshalb verkritzelte Peter ihr 
ABC-Buch mit Rötel, und ich ritzte mit einem 
Drahtnagel ein Männchen in ihre Schiefertafel, 
das höhnend die Zunge herausstreckte. Aber 
leiden sehen konnten wir Katchen nicht, und 
als es eines Mittags bitterlich weinend auf der 
Haustürschwelle saß, eilten wir ihm sporn 
streichs zu Hilfe. 
„Wer hat dich gehauen?", da plärrte das Mäd 
chen noch lauter, .däpperte' eigensinnig mit den 
Füßen und schrie: „Ohrringe will ich haben, 
Ohrringe wie die anderen!“ — „Wenn es nur 
das ist!" Peter und ich huschten in den Garten, 
warfen dort ein paar Steine in den Kirschbaum, 
rafften eine Handvoll dunkelrote, glänzende 
Kirschen auf und brachten sie der Weinenden. 
„Such dir die schönsten aus und häng sie an die 
Ohren. Wenn sie dir nicht mehr gefallen, kannst 
du sie hinterher essen“, sagte Peter, aber Kat 
chen schlug ihm die Kirschen aus der Hand und 
schrie: „Das sind nicht die richtigen!" Als es 
auch meine mit Silberpapier umwickelte Bohnen 
verschmähte, durch die wir mit vieler Mühe 
zwei dünne Drähte gezogen hatten, blickten Pe 
ter und ich uns ratlos an, und Katchens Mutter 
rief durchs offene Stubenfenster: „Du hast ja 
noch keine Löcher in den Ohren." 
Da sprang das Mädchen auf die Füße, schüt 
telte die zerknitterten Röcke wie ein badender 
Spatz sein Federkleid und rannte fort. „Du, da 
müssen wir dabei sein!" Peter und ich folgten 
Katchen von Haus zu Haus, aber keine Nach 
barin war bereit, dem eitlen Ding zu helfen. 
Als schließlich auch die alte Lentesgroß ver 
sagte, sprach Peter zu der untröstlichen Schwe 
ster: „Was gibst du uns, wenn wir dir Löcher 
in die Ohren bohren?" 
„Ihr?" Katchens Schluchzen verstummte, und 
es sah uns zweifelnd an. „Ja wir!" Peter wühlte 
in seinen Hosentaschen. „Ich geb' euch die Glas 
klicker mit dem bunten Regenbogen." 
„Das ist zu wenig." 
„Und den roten Gummiball mit den gelben 
Streifen." 
„Dann komm!" Im Wahnergarten deutete Pe 
ter auf den leeren Sensenstein, zog einen rosti 
gen Hufnagel aus der Hosentasche und den 
Dengelhammer aus der hinteren Stalluke und 
sagte zu Katchen: „Knie dich hin!" 
Das Mädchen erblaßte und wich zurück. Peter 
aber sprach: „Es schmerzt kein bißchen, denn 
gestern stand unser Fuchs mäuschenstill, als 
ihm der Schmied ein neues Hufeisen auflegte 
und acht Nägel in seinen Fuß schlug." Das 
schien Katchen einzuleuchten und nachdem wir 
ihm versichert hatten, sofort aufzuhören, wenn 
es aufschreie, kniete es sich neben den Stein, 
und Peter ermahnte mich, das Ohrläppchen 
straff anzuziehen, daß es recht dünn werde und 
ein einziger Hammerschlag genüge. 
„Gelt, du haust aber nicht neben den Nagel", 
bettelte Katchen, da hatte Peter schon zu 
geschlagen, und das jäh aufspringende Mädchen 
schrie, als stecke es am Spieß. 
„Aber — ich — ich habe doch den Nagel ge 
troffen!" 
„Jawohl, mitten auf den Kopf!" Ich hätte es 
beschwören können, aber da eilten schon die 
Leute herbei, und wir sahen erst jetzt, daß der 
Nagel im blutenden Ohr des Mädchen steckte. 
Meine Mutter und die Wahnerin schwangen 
ihre Birkenruten, daß wir wie Tanzbären von 
einem Fuß auf den anderen hüpften, und tief 
gekränkt gelobten Peter und ich hinterher, nie 
mehr einem eitlen Mädchen aus der Not zu 
helfen. 
Eine große Hilfe beim Schneidern 
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Saarbr. 3, St. Job. Markt, Eckhaus Saarstr., Tel. 41 58 
bringt Ihnen der Besuch eines Zuschneide- 
Kursus nach dem seit über 40 Jahren bewahr 
ten Zusehneide-System Archimedes. 
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und Nähen. 
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1953. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1953. Print.
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